FDP Lindners Leitbild

Die Liberalen feiern ihr 70-jähriges Bestehen in Heppenheim, wo die Partei im Jahr 1948 gegründet wurde. Der Vorsitzende erinnert in seiner Rede an diese Anfänge, heute blickt die Partei auf eine wechselvolle Geschichte zurück.

FDP-Chef Christian Lindner hat zum Jubiläum der Gründung seiner Partei vor 70 Jahren an deren Anfänge erinnert. Der Gedanke des "Nie wieder" habe die Politiker nach dem Zweiten Weltkrieg angetrieben, sagte er am Samstag im südhessischen Heppenheim, wo die FDP eine Jubiläumsveranstaltung ausrichtete - genau an jenem Ort also, wo sich die Partei vor 70 Jahren, am 11. und 12. Dezember 1948, gegründet hatte. Nach "der vollständigen politischen und moralischen Katastrophe" des Weltkriegs habe sich die Partei damals an den Aufbau eines neuen Systems gemacht, sagte Lindner.

Zwischen den politischen Strömungen, die sich in Heppenheim zusammengefunden hätten, sei gestritten worden, wie die neue Partei sich aufstellen und nennen solle, sagte Lindner. Die Gründungsmitglieder hätten gewusst, dass der Einzelne nur Würde haben könne, wenn er frei sei - so sei die "Freiheit" in den Parteinamen aufgenommen worden und in das Zentrum der Arbeit der FDP gerückt.

Die Liberalen blickten auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Bei der Gründung in Heppenheim stand das liberale Lager vor der schwierigen Aufgabe, die nationalliberalen und linksliberalen Kräfte in Deutschland zusammenzuführen. Nach der Gründung gelang es der FDP als einziger Partei neben Union und Sozialdemokraten, eigenständig zu überleben und dauerhaft ins Parlament gewählt zu werden. "Diese drei Parteien, die über Jahrzehnte die Bundesrepublik geprägt haben, haben dafür gesorgt, dass es keine extremen Ausschläge im Land gegeben hat", sagte Lindner in Heppenheim.

Der FDP fiel immer wieder die Schlüsselrolle bei der Koalitionsbildung zu, die ihr insgesamt nach der Union von allen deutschen Parteien die zweitmeisten Regierungsjahre einbrachte. In Theodor Heuss (1949 bis 1959) und Walter Scheel (1974 bis 1979) stellte die FDP zweimal den Bundespräsidenten. Bei der Bundestagswahl 2013 scheiterten die Liberalen erstmals an der Fünfprozenthürde und flogen aus dem Parlament, unter dem Vorsitzenden Lindner kehrten sie dann im vergangenen Jahr in den Bundestag zurück.

Von der Gegenwart sprach Christian Lindner dann in Heppenheim auch noch: Die größte Aufgabe der Liberalen sei es heute, ein Leitbild für eine offene Gesellschaft zu entwickeln, in die sich alle integrieren könnten.