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FDP:Lindner beklagt Verrohung

Der FDP-Chef warnt vor "einer verprollten, vertrumpten Demokratie" - und spricht sich für eine Amtszeitbegrenzung für Bundeskanzler aus.

FDP-Chef Christian Lindner kritisiert die Verrohung der Sprache und der politischen Kultur in Deutschland. "Wir laufen Gefahr, in einer verprollten, vertrumpten Demokratie zu leben", sagte Lindner der Bild am Sonntag. Inhaber höchster Staatsämter nutzten Pegida-Vokabular, wodurch die politische Kultur verrohe. Zugleich werde völkisches und autoritäres Denken salonfähig. "Dagegen muss man sich wehren", sagte Lindner. "Leider schießen die Berufsempörten der Republik dabei oft so über das Ziel hinaus, dass sie das Gegenteil erreichen." Wer reale Probleme bei der Zuwanderung anspreche, werde "von linken Trollen in sozialen Medien als Rassist gebrandmarkt". Außerdem sprach sich Lindner für eine Begrenzung der Amtszeit von Bundeskanzlern auf acht oder zehn Jahre aus. "Jeder andere Regierungschef wäre fortschrittlicher als Frau Merkel." Dies habe "einfach mit der Länge der Amtszeit zu tun". Merkel sei in 13 Jahren Kanzlerschaft "politisch erschöpft", sie wage "nichts Neues mehr".

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