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FDP legt sich auf Schwarz-Gelb fest:Nicht ohne meine Kanzlerin

Philipp Rösler, FDP, Angela Merkel, CDU

FDP-Chef Rösler und CDU-Vorsitzende Merkel

(Foto: dpa)

Keine Chance ohne Merkel: Dass sich die Liberalen vor der Bundestagswahl auf eine Koalition mit der Union festlegen, ist keine einfache taktische Entscheidung. Sondern die Voraussetzung dafür, dass die FDP den Herbst übersteht.

Wollte man den bisherigen Wahlkampf der FDP in einem einzigen Wort bündeln, dann müsste das wohl Glück heißen. Glück, dass es so gut wie keine inneren Querschläge gegeben hat in einer Partei, die es jahrelang fast geliebt hat, an der eigenen Zerstörung zu arbeiten.

Glück, dass die ersten drei Jahre schwarz-gelben Regierens auf dem Weg zum Wahltermin immer mehr dem Vergessen anheimfallen, obwohl das vor allem am Anfang Jahre sehr schlechten Regierens waren. Und Glück, dass die Kontrahenten im Wahlkampf der FDP bislang viel Arbeit abnahmen.

Bei all den Steuererhöhungs- und gesellschaftlichen Verbotsplänen von Roten und Grünen mussten die Liberalen kaum mehr etwas tun, um sich als Schutzpatronin der Steuerzahler und der Freiheitsrechte zu präsentieren.

Und so scheint plötzlich möglich, was jahrelang unerreichbar schien: dass die FDP am 22. September fünf, vielleicht sechs, vielleicht gar sieben Prozent der Stimmen erreichen könnte.

Wer die FDP wählt, will Merkel

Gefährden könnten dieses Ziel nun, zehn Tage vor der Wahl, vor allem die Liberalen selber. Und zwar, in dem sie im Gefühl eines nahenden Erfolgs vergessen, wo sie in diesem Jahr herkommen. Die Bescheidenheit, die Zurückhaltung des Jahres 2013 hat einen Preis, und der heißt volle Unterstützung für Angela Merkel.

Ohne das Bündnis mit der Kanzlerin ist für die FDP an ein gutes Ergebnis nicht zu denken. Wer der FDP die Stimme gibt, will vor allem eines: dass diese Partei die Kanzlerin an der Macht hält.

Deshalb ist der Beschluss auf dem FDP-Konvent, alle anderen Koalitionen auszuschließen, keine taktische Entscheidung von vielen. Sie ist für die FDP des Sommers 2013 eine zentrale Voraussetzung fürs politische Überleben.

© Süddeutsche.de/liv

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