FDP-Chef Westerwelle Rücktritt? Och nö...

In den vergangenen Tagen hatten FDP-Politiker aus mehreren Bundesländern offen gegen ihren Chef Guido Westerwelle rebelliert. Doch der will von einer Meuterei nichts wissen. "Ich verlasse das Deck nicht, wenn es stürmt", kontert der einst als "Leichtmatrose" Verspottete.

Er schien schon angezählt in den vergangenen Tagen, in die Ecke gedrängt, kurz vor dem K.o. Seine Parteifreunde waren über ihn hergefallen, hatten laut und in aller Öffentlichkeit darüber nachgedacht, ob Guido Westerwelle noch der richtige Mann ist, an der Spitze der FDP. An der Spitze einer Partei, die in den vergangenen Monaten einen Tiefschlag nach dem anderen verkraften musste und in den Umfragen derzeit bei vier bis fünf Prozent dahindümpelt.

Guido Westerwelle will auch weiterhin den Kurs der FDP bestimmen und schließt einen Rücktritt als Parteichef aus.

(Foto: AP)

Aber Guido Westerwelle spricht jetzt ein Machtwort und entgegnet seinen Kritikern, er werde trotz der anhaltenden Kritik an seiner Person im Amt bleiben. "Ich verlasse das Deck nicht, wenn es stürmt", sagte der Bundesaußenminister der Bild am Sonntag.

Er arbeite daran, dass die Partei wieder auf Erfolgskurs komme, dabei werde er von einem großartigen Team unterstützt. Westerwelle ließ aber offen, ob er im Mai auf dem FDP-Bundesparteitag erneut als Vorsitzender kandidieren werde. "Personalfragen diskutieren wir zuerst in den Gremien und dann in der Öffentlichkeit", sagte der FDP-Chef. "Aber ich muss nicht verschweigen, dass ich Freude an meiner politischen Arbeit für die einzige liberale Partei in Deutschland habe."

Die Kritik an Westerwelle war trotz der Rückendeckung aus der Parteispitze auch am Samstag nicht abgerissen. Nach Vertretern der Südwest-FDP forderte auch der hessische FDP-Landeschef Jörg-Uwe Hahn Westerwelle dazu auf, beim Dreikönigstreffen Anfang Januar seinen Rückzug anzukündigen. Vor wenigen Tagen hatte bereits der FDP-Spitzenkandidat in Rheinland-Pfalz, Herbert Mertin, Westerwelle als "Klotz am Bein" bezeichnet und ihn von Wahlkampfauftritten ausgeladen.

Kurz zuvor hatte Bundesvorstandsmitglied Wolfgang Kubicki den Zustand der FDP mit der Spätphase der DDR verglichen und den Vorsitzenden ebenfalls harsch kritisiert. Hintergrund der Krise ist das anhaltende Umfragetief bei fünf Prozent. In der Partei werden Westerwelle Fehler vorgeworfen, zuletzt beim Krisenmanagement in der Maulwurf-Affäre.