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Familienpolitik:Zeit für die Familie

Elternzeit-Väter machen später auch mehr im Haushalt

Elternteile, die nach der Geburt eines Kindes in Teilzeit arbeiten, sollten besser gefördert werden, findet Bundesfamilienministerin Franziska Giffey.

(Foto: Patrick Pleul/DPA)

Familienministerin Giffey ist für eine staatlich geförderte Familienarbeitszeit. Das aber wäre ein Projekt für die nächste Legislaturperiode

Von Henrike Roßbach, Berlin

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat sich für eine staatlich geförderte Familienarbeitszeit ausgesprochen. Konkret schlägt sie vor, dass die bezahlte Elternzeit im Rahmen der heute schon existierenden dreijährige Elternzeit ausgeweitet werden soll, wenn beide Elternteile gleichzeitig ihre Arbeitszeit verringern und vollzeitnah in Teilzeit arbeiten. Bislang gibt es nur für 14 Monate Elterngeld - oder für bis zu 28 Monate, wenn beide Elternteile nach der Geburt eines Kindes in Teilzeit arbeiten. Mit einer Familienarbeitszeit solle es Müttern und Vätern in allen Einkommensklassen ermöglicht werden, ihre Arbeitszeit an ihre familiären Bedürfnisse anzupassen. "Dieser Punkt könnte eine echte Chance sein, Familienpolitik noch einmal weiterzuentwickeln", sagte Giffey am Montag in Berlin.

Sie machte allerdings deutlich, dass das ein Projekt für die nächste Legislaturperiode wäre. "Das ist ein Schritt in die Zukunft, den wir in dieser Legislaturperiode nicht machen konnten." Mit der jüngsten Elterngeldreform, die unter anderem mehr Teilzeitmöglichkeiten für Mütter und Väter vorsah, habe man zwar die Grundlage für eine Familienarbeitszeit gelegt. "Das war aber das Maximale, was wir in dieser Koalition und mit diesem Koalitionsvertrag herausholen konnten." Mehr Partnerschaftlichkeit müsse das Ziel für die Zukunft sein, so die Ministerin. "Kinder brauchen beide Eltern und sollen davon profitieren können, dass beide für sie Zeit haben." Eine solche Familienleistung wäre laut Giffey "eine gute Investition in die Zukunft". Wenn weniger Mütter komplett zu Hause blieben oder in sehr geringer Teilzeit arbeiteten, sei das auch mit Blick auf den Fachkräftemangel und die Verringerung der Armutsgefährdung von Frauen ein Gewinn.

© SZ
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