Familienarbeitszeit:Schwesig pocht auf 32-Stunden-Woche für Eltern

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30 Jahre Bundesfrauenministerium

Lässt sich von Gegenwind nicht beirren: Familienministerin Manuela Schwesig.

(Foto: dpa)

Eltern sollen weniger arbeiten und als Ausgleich staatliches Familiengeld erhalten. Mit dem Vorschlag hat sich die Ministerin schon einmal Ärger eingehandelt.

Von Barbara Vorsamer

Papa arbeitet Vollzeit, Mama Teilzeit oder gar nicht: Für die Mehrheit der Familien in Deutschland ist das die Realität - auch wenn viele es anders wollen. Ein Großteil junger Eltern würde es bevorzugen, Erwerbsarbeit, Haushalt und Kindererziehung partnerschaftlich aufzuteilen. Nur die wenigsten kriegen es dauerhaft hin.

Helfen könnte hier die Idee von Familienministerin Manuela Schwesig. Sie schlägt in der Bild-Zeitung vor, dass junge Eltern weniger arbeiten und als Ausgleich ein staatliches Familiengeld bekommen sollen. Nach den Vorstellungen der SPD-Politikerin sollen Eltern, die beide ihre Wochenarbeitszeit auf 32 bis 36 Stunden reduzieren, bis zu zwei Jahre lang 300 Euro im Monat erhalten - sofern das Kind jünger als acht Jahre ist.

Auch Allein- oder getrennt Erziehende sollen das Familiengeld bekommen. Die Kosten werden in dem Bericht mit "weniger als eine Milliarde Euro" beziffert. Das Familienministerium nahm dazu am Sonntag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur keine Stellung.

Schwesig hat sich mit dieser Forderung bereits Ärger eingehandelt

Der Bild sagte Schwesig: "Die klare Mehrheit junger Eltern findet, dass man sich Kinderbetreuung, Haushalt und Berufstätigkeit fifty-fifty teilen sollte. Ich will den vielen jungen Eltern ein Angebot machen, das sie darin unterstützt, sich gemeinsam und gleich intensiv ums Kind zu kümmern und gleich engagiert im Beruf zu sein."

Schwesig fordert seit längerem eine Art Familienarbeitszeit. Es war eine ihrer ersten Forderungen als Ministerin. Damals handelte sie sich allerdings sofort einen Rüffel ein. Das Kanzleramt qualifizierte den Vorschlag als "persönlichen Debattenbeitrag" der Familienministerin ab. Vorrang habe die Einführung des Elterngeld Plus, mit dem Eltern deutlich flexibler darin werden, Elternzeit zu nehmen.

Das Elterngeld Plus ist nun seit einem Jahr in Kraft und Schwesig hatte es immer wieder als ersten Schritt Richtung Familienarbeitszeit bezeichnet. Wenn es nach dem Familienministerium geht, soll die Familienarbeitszeit in dieser Legislaturperiode kein Thema mehr werden - bis zur Bundestagswahl 2017 ist allerdings noch mehr als ein Jahr Zeit, möglicherweise eine Chance für Schwesig.

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