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Fall Wolski: Richterin gibt auf:"Es fing wirklich an zu brennen"

Es ist nicht das erste Mal, dass Minister Weimar wegen des Zustands seiner Finanzverwaltung unter Beschuss gerät. Ende der Neunziger durchsuchten Steuerfahnder viele Großbanken und sammelten gewaltige Mengen an belastendem Material gegen Steuerflüchtlinge aus der ganzen Republik. Doch das zuständige Frankfurter Finanzamt V schaffte die Arbeit nicht. Zahlreiche Verfahren drohten zu verjähren.

"Es fing wirklich an zu brennen", sagte ein Mitarbeiter später bei seiner Anhörung in einem Untersuchungsausschuss des Landtages. "Massive Probleme in der Organisation der Steuerverwaltung" monierten damals die Grünen in ihrem Abschlussbericht. Derzeit tagt erneut ein Untersuchungsausschuss, dessen Erkenntnisse für Weimar unangenehm werden könnten. Das Gremium prüft, ob vier unbequeme Steuerfahnder mit psychiatrischen Gefälligkeitsgutachten aus dem Dienst gedrängt wurden, um Ruhe vor ihnen zu haben.

Auch der Fall Wolski ist längst noch nicht abgeschlossen. Karin Wolski ist ungeachtet ihres Rücktritts aus dem Staatsgerichtshof noch Vizepräsidentin des Frankfurter Verwaltungsgerichtes. Seit 25. Januar ist sie krankgeschrieben. Womöglich braucht sie den Job aber noch, denn ihrer Familie droht weiteres, auch finanzielles Ungemach.

In Frankfurt ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Untreue, Betrug und Geldwäsche gegen Michael Wolski und die Witwe Margit C. Jürgen Fischer, Anwalt von Angehörigen der Witwe, die sich durch die Millionenschenkungen an die Wolskis um ihr Erbe gebracht sehen, kündigte an, "dass meine Mandanten Rückzahlungsansprüche gegen die Wolskis geltend machen werden". Das Darmstädter Urteil biete dafür eine Steilvorlage, meint Fischer. "Gegen diese drastische Urteilsbegründung waren die Posaunen von Jericho Kindertrompeten", sagt er.