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Fall Demjanjuk:Gericht fordert mehr Informationen

Die Auslieferung des mutmaßlichen NS-Verbrechers Demjanjuk nach München verzögert sich. Ein US-Gericht will mehr über die Gesundheit des 89-Jährigen wissen.

Ein US-Berufungsgericht hat einen ärztlichen Bericht zum Gesundheitszustand des mutmaßlichen NS-Kriegsverbrechers John Demjanjuk sowie weitere Informationen angefordert. Mit der am Donnerstag im Internet veröffentlichen Entscheidung verzögert sich die von deutschen Behörden geforderte Auslieferung um mindestens eine Woche.

Der gebürtige Ukrainer John Demjanjuk soll in München angeklagt werden, doch die Auslieferung verzögert sich.

(Foto: Archivfoto: AsP)

Das Justizministerium in Washington muss zudem erläutern, wie der 89-Jährige, dem Beihilfe zum Mord an zigtausenden Juden vorgeworfen wird, nach Deutschland gebracht werden soll. Die Informationen müssen bis zum 23. April beim Berufungsgericht in Cincinnati im Bundesstaat Ohio vorgelegt werden.

Demjanjuk war am Dienstag im Rollstuhl von Beamten bereits aus seinem Haus in Ohio gebracht worden, sein Sohn hatte jedoch erfolgreich Einspruch gegen die Abschiebung erhoben. Demjanjuks Gesundheitszustand soll nach Angaben seiner Anwälte schwer angegriffen sein, die Rede ist von einer Vorstufe von Leukämie und Nierenproblemen.

Die Münchner Staatsanwaltschaft wirft dem gebürtigen Ukrainer Demjanjuk vor, zwischen März und September 1943 bei dem Mord an mindestens 29.000 Juden im deutschen Vernichtungslager Sobibor im heutigen Polen geholfen zu haben. Er im Vernichtungslager Sobibor Menschen in die Gaskammern getrieben haben. Demjanjuk selbst hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe stets abgestritten.

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