Faktencheck zur Einwanderung "Wer einmal in Deutschland ist, bleibt auch hier"

Wie sieht es bei der Schutzquote aus - also der Anzahl der Bewerber, die im jeweiligen Land tatsächlich eine Aufenthaltsberechtigung erhalten?

Als Flüchtling anerkannt und so mit einem Bleiberecht ausgestattet, wurden im ersten Halbjahr 2015 insgesamt 36,7 Prozent. Das waren 50 018 positive Entscheidungen. 2014 lag die Gesamtschutzquote bei 31,5 Prozent, 2008 bei 37,7 Prozent.

Wie viele Geflüchtete bleiben durften:

Der Migrationsforscher Dietrich Thränhardt hat zu diesem Punkt eine interessante Berechnung angestellt. Er hat die Anerkennungsquoten für das Jahr 2012 im europäischen Vergleich betrachtet. Damit wird deutlich, wie viele Flüchtlinge ein Staat endgültig aufnimmt.

Asylgewährung pro 10 000 Einwohner:

Deutschland gewährte danach 2012 insgesamt 17 140 Menschen Schutz, Schweden 9000, Frankreich 8645 und Italien 8480. Diese Zahlen hat Thränhardt auf die Bevölkerungsgröße umgerechnet. Und jetzt zeigt sich: Die großen Mitgliedstaaten lagen weit zurück. Die Liste führen Schweden, die Schweiz, Belgien und Österreich an.

Weil Deutschland von sogenannten sicheren Drittstaaten umgeben ist, kann es außerdem viele Geflüchtete ohne weitere Prüfung dorthin zurückschicken. Völlig unabhängig davon, ob ein Asylgrund vorliegt oder nicht.

Im Jahr 2014 konnte Deutschland mehr als jeden dritten Asylantrag aufgrund des sogenannten Dublin-Verfahrens ablehnen, ohne die Ansprüche überhaupt zu prüfen: 37,8 Prozent oder 37 636 Geflüchtete. Zwar musste Deutschland dafür aufgrund der Drittstaatenregelung Asylbewerber aus anderen EU-Ländern aufnehmen - allerdings sehr viel weniger, als es ausweisen konnte.