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Faktencheck zur Einwanderung:"Deutschland tut mehr für Geflüchtete als andere EU-Staaten"

Im ersten Quartal 2015 haben 40 Prozent aller Flüchtlinge, die in den 28 EU-Staaten um Asyl baten, dies in Deutschland getan.

Doch das allein ist wenig aussagekräftig. Vergleicht man das Verhältnis der Asylbewerberzahlen zu den jeweiligen Einwohnerzahlen der Länder, relativiert sich die Zahl. Laut Eurostat werden in Ländern wie Schweden (8425 Asylanträge pro 1 Million Einwohner), Österreich (4015) oder Ungarn (7450) relativ gesehen mehr Asylanträge als in Deutschland (3065) gestellt.

Die Unterschiede gibt es vor allem deshalb, weil es in Europa im Moment kein System gibt, mit dem die Geflüchteten nach festen Schlüsseln auf die einzelnen Ländern verteilt werden, so wie das etwa bei den deutschen Bundesländern der Fall ist. Das Land, in dem ein Geflüchteter zuerst europäischen Boden betritt, ist eigentlich auch zuständig für ihn. Griechenland inhaftiert auch deshalb Tausende Geflüchtete. Diese bekommen überhaupt keine Chance, einen Asylantrag zu stellen. Diskutiert werden daher seit langem feste Kontingente innerhalb der EU. Dabei könnten neben der Bevölkerungsgröße auch Wirtschaftskraft, Fläche oder Arbeitslosenquote berücksichtigt werden.