Gesundheit:Wenn die letzte Assistentin kündigt

Lesezeit: 4 min

Gesundheit: In normalen Jahren macht der Gastroenterologe Berndt Birkner 2000 bis 3000 Eingriffe in seinem OP-Raum in München. Seit Ende Juni war es kein einziger.

In normalen Jahren macht der Gastroenterologe Berndt Birkner 2000 bis 3000 Eingriffe in seinem OP-Raum in München. Seit Ende Juni war es kein einziger.

(Foto: Stephan Rumpf)

Der Fachkräftemangel erreicht auch die niedergelassenen Ärzte. Ein Münchner Mediziner schildert seine vergebliche Suche nach Personal - und erklärt, wie sich die Lage auf Patienten und deren Gesundheitsversorgung auswirkt.

Von Rainer Stadler

An Arbeit mangelt es Berndt Birkner nicht. Keine zehn Minuten hat er seinen Schreibtisch verlassen, schon sind wieder acht Terminbuchungen eingegangen. Das meiste kommt über Jameda, ein Onlineportal, Birkner hat dort sehr gute Bewertungen. Er ist Gastroenterologe, seit mehr als drei Jahrzehnten. Er ist Anfang 70 und betreibt eine Praxis am Max-Weber-Platz in München. Neben seinem Arbeitszimmer sind zwei OP-Räume, wo er vor allem mit dem Endoskop arbeitet. Sein Fachgebiet sind Magen-Darm-Krankheiten, er entfernt Polypen, macht Vorsorgeuntersuchungen, Darmkrebsfrüherkennung. In normalen Jahren kam er auf 2000 bis 3000 Eingriffe, schätzt Birkner. Wie viele Eingriffe es seit Ende Juni waren, weiß er ganz genau: null.

SZ-Plus-Abonnenten lesen auch:
Beruf und Freizeit
Wozu eigentlich noch arbeiten?
Trainer practicing squats with male and female clients in park; Sport Fitness Ernährung
Gesundheit
"Wer abnehmen möchte, sollte das nicht allein über Sport versuchen"
Two sad teens embracing at bedroom; Trauer
Tod und Trauer
Wie man trauernden Menschen am besten hilft
Herfried Münkler im Interview
"Die fetten Jahre sind vorbei"
Arbeitskultur
Du bist nicht dein Job
Zur SZ-Startseite