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Desinformation:Facebook sperrt Konten von Bolsonaro-Mitarbeitern und früherem Trump-Berater Stone

Der frühere Berater des US-Präsidenten Roger Stone in Washington.

(Foto: Brendan Smialowski/AFP)

Insgesamt seien 50 Seiten gelöscht worden, die mit Stone in Verbindung gebracht werden. Im Zusammenhang mit Bolsonaro gehe es um ein Netzwerk von mehr als 80 Konten mit spalterischen politischen Botschaften.

Facebook geht nach eigener Auskunft gegen Mitarbeiter des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro und gegen einen früheren Berater von US-Präsident Donald Trump vor. Das Online-Netzwerk teilte am Mittwoch mit, ein Desinformationsnetzwerk von brasilianischen Konten gesperrt zu haben, die spalterische politische Botschaften verbreitet hätten. Sie werden Personen zugeordnet, die für Bolsonaro sowie dessen Söhne Eduardo und Flavio gearbeitet haben sollen. Es gehe um mehr als 80 Konten auf Facebook und Instagram.

Außerdem gab Facebook bekannt, 50 persönliche und geschäftliche Seiten gelöscht zu haben, die mit dem langjährigen Trump-Berater Roger Stone in Verbindung gebracht werden. Stone und seine Partner hätten gefälschte Konten und Follower genutzt, um Stones Bücher und Beiträge anzupreisen. Trumps ehemaliger Wahlkampfberater wurde in Zusammenhang mit der Russlandaffäre nach der Präsidentenwahl 2016 wegen Falschaussage vor dem Kongress und Zeugenmanipulation zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Er soll diese kommende Woche antreten.

Facebooks Cybersicherheits-Chef Nathaniel Gleicher sagte, die Löschungen zeigten, dass Praktiken wie im Falle Stones nicht geduldet würden. "Wir gehen davon aus, dass weitere politische Akteure diese rote Linie überschreiten werden und koordinierte unechte Auftritte nutzen, um die öffentliche Debatte zu beeinflussen."

Facebook sieht sich mit zunehmendem Druck konfrontiert, stärker gegen Hassrede und Falschinformationen vorzugehen. Auf Initiative von Bürgerrechtsgruppen haben sich zahlreiche Firmen einem einmonatigen Werbeboykott angeschlossen.

Sperrungen bei den "Proud Boys"

Gelöscht wurden nach Angaben des Unternehmens auch zahlreiche Profile einer rechtsextremen Hass-Gruppe. Bei der betroffenen rechten Gruppe handelt es sich um die sogenannten Proud Boys. Von Facebook war sie bereits 2018 mit einer Sperre belegt worden. Doch hatten Unterstützer der Organisation versucht, die Maßnahme mit der Erstellung neuer Seiten oder Konten zu umgehen.

Es ist schon das dritte Mal binnen weniger Monate, dass Facebook die Löschung von Inhalten mit Bezug zu Proud Boys bekanntgab. Ein Netzwerk, das sowohl mit der Hass-Gruppe als auch mit Stone in Verbindung stand, habe über Facebook-Konten Posts über Lokalpolitik in Florida abgesetzt, hieß es weiter. Aktiv seien die Accounts vor allem zwischen 2015 und 2017 gewesen.

© SZ.de/rtr/jsa/gal

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