Extremismus:"Reichsbürger" gegen Zensus

Rund 200 sogenannte Reichsbürger haben schriftlich angekündigt, dass sie die Teilnahme am Zensus 2022 verweigern wollen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Unionsfraktion hervor. In einer "Telegram"-Gruppe mit mehreren Tausend Mitgliedern werde zum Boykott der statistischen Erhebung aufgerufen. "Reichsbürger" zweifeln die Legitimität der Bundesrepublik an, der Verfassungsschutz rechnet der Szene rund 21 000 Anhänger zu. Die Teilnahme am Zensus ist verpflichtend,Verweigerern droht ein Bußgeld. Die Befragung hatte Mitte Mai begonnen. Rund 100 000 Interviewer befragen dafür zufällig ausgewählte Menschen am Wohnort; eine zweite Befragung betrifft das Wohnen und läuft schriftlich ab. Das Bundesinnenministerium hatte im Juli punktuelle Software-Probleme eingeräumt, die Fertigstellung der Statistiken im kommenden Jahr sei dadurch aber nicht gefährdet.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema