bedeckt München 14°
vgwortpixel

Explosion in Dagestan:Zweites Attentat auf einen Zug

Im Kaukasus ist nach dem Anschlag auf einen russischen Schnellzug nun ein weiterer Sprengsatz explodiert. Verletzte gab es keine.

Wenige Tage nach einem Anschlag auf einen Zug in Russland mit 26 Toten ist auch an einer Bahnstrecke in der russischen Kaukasusrepublik Dagestan ein Sprengsatz explodiert. Die Detonation ereignete sich am Morgen, unmittelbar bevor ein Zug die Stelle passierte, wie die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf die Polizei berichtete. Demnach entgleiste der Zug nicht, obwohl er rund 150 Meter über beschädigte Schienen fuhr. Bei dem Anschlag sei niemand verletzt worden. An der Lokomotive seien leichte Schäden entstanden.

Bei dem Anschlag auf den "Newski Express" waren am Freitag mindestens 26 Menschen ums Leben gekommen.

(Foto: Foto: dpa)

Den Angaben zufolge war der Zug auf dem Weg von der Stadt Tjumen in die aserbaidschanische Hauptstadt Baku. Der Zugverkehr auf der betroffenen Strecke wurde nach Angaben der russischen Eisenbahngesellschaft (RJD) vorübergehend eingestellt. Der Tatort werde von RJD-Experten, Sicherheitskräften und Beamten des Inlandsgeheimdienstes FSB untersucht.

Vor allem tschetschenische Untergrundkämpfer und ihnen nahestehende Extremisten aus der Konfliktregion Nordkaukasus hatten in der Vergangenheit häufig Anschläge auf zivile Ziele in Russland verübt. Russische Behörden werfen ihnen vor, die Lage im Land destabilisieren zu wollen. In Dagestan und der benachbarten Kaukasusrepublik Tschetschenien kommt es immer wieder zu Angriffen militanter Islamisten auf die pro-russischen Behörden.

Ermittler suchen islamistischen Terroristen

Am Freitag war es im Nordwesten Russlands zu einem schweren Zugunglück gekommen. Die Ermittler haben herausgefunden, dass der mit 650 Passagieren besetzte Schnellzug von Moskau nach St. Petersburg wegen eines Terroranschlags explodierte. Die Zahl der Todesopfer ist mittlerweile auf 26 gestiegen. Etwa 100 weitere wurden verletzt. Eine der Verletzten sei am Sonntag im Krankenhaus gestorben, sagte Gesundheitsministerin Tatjana Golikowa.

Der Newski Express hatte sich auf dem Weg von Moskau nach St. Petersburg befunden, als er durch eine Explosion zum Entgleisen gebracht wurde. Russische Medien berichten unter Berufung auf Ermittler, dass als Drahtzieher der zu islamistischen Terroristen aus dem Nordkaukasus übergelaufene frühere Soldat Pawel Kossolapow gesucht werde. Kossolapow gilt als Gefolgsmann des 2006 getöteten Top-Terroristen Schamil Bassajew. Er sei vermutlich auch für die Anschläge auf die Moskauer Metro 2004 und auf den Anschlag auf den Newski Express im August 2007 verantwortlich, hieß es.

© sueddeutsche.de/dpa/AFP/abis
Zur SZ-Startseite