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Ex-SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück:Verfahren gegen Drohbrief-Verfasser eingestellt

Mitten im Wahlkampf sorgte der Drohbrief eines Ex-Topmanagers der Deutschen Post an SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück und dessen Frau für Aufregung. Jetzt steht fest: Dem Verfasser drohen keine strafrechtlichen Folgen.

Die Staatsanwaltschaft Bonn hat das Verfahren gegen den Verfasser des Drohbriefs an Ex-SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück und dessen Frau eingestellt. Es habe keine Hinweise auf ein strafbares Verhalten gegeben, sagte ein Sprecher der Behörde. Er bestätigte damit einen Bericht des WDR.

Der Brief war während des Wahlkampfs zunächst anonym an das Ehepaar Steinbrück geschickt worden. Darin warf er ihnen vor, vor 14 Jahren eine Putzfrau illegal beschäftigt zu haben. Er forderte Gertrud Steinbrück auf, ihren Mann zum Verzicht auf die Kanzlerkandidatur zu bewegen.

Dem Brief habe keine ausdrückliche Drohung entnommen werden können, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die vom Briefschreiber genannte Frist für einen Rückzug Steinbrücks bis zum 10. September sei kein ausreichender Beleg für "eine Drohung mit einem empfindlichen Übel", den der Straftatbestand der versuchten Nötigung aber fordert.

Der Verfasser des Dokuments ist ein früherer Topmanager der Deutschen Post. Er hatte sich selbst bei der Staatsanwaltschaft gestellt, nachdem Steinbrück den Brief publik gemacht hatte. Das Schreiben sei versehentlich abgeschickt worden, gab der Mann an. Den Brief will er aus einer momentanen Verärgerung über den SPD-Kanzlerkandidaten geschrieben, aber zunächst nicht abgeschickt haben. Aus Versehen sei das Schreiben mit weiteren Briefen in die Post geraten.