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Ex-Agent vor Gericht:Mauss - angeklagt in multipler Erscheinung

Der Fall Mauss ist eines der größten Steuerverfahren, das es bisher gegeben hat, die Summen sind hoch, der Tatzeitraum ist lang. Mauss folgt der Anklage angespannt, so weit man das erkennen kann. Nachdem die Kameras den Saal verlassen haben, nimmt er zwar die Kapuze ab, panzert sich aber weiter mit seinem Stepp-Mantel, dreht seinen Stuhl am Tisch des Angeklagten leicht ein, so dass ihn die meisten Zuschauer nur von hinten sehen.

Ein gewisser Claus Möllner

Reden lässt er einen seiner Anwälte, der per Antrag versucht, die 2. Große Wirtschaftsstrafkammer am Landgericht Bochum für nicht zuständig erklären zu lassen. Das Verfahren, so die Argumentation, dürfe gar nicht in Bochum stattfinden, wo deshalb verhandelt wird, weil Mauss hier im Dezember 2012 für einen kurzen Moment festgenommen worden war.

Nach Ansicht der Verteidigung müsse Mauss entweder am Tatort - das wäre Essen, wo Mauss als "Dieter Koch" seine Steuern bezahlt hat - oder in Rheinland-Pfalz, dem Wohnort des Angeklagten, der Prozess gemacht werden. Das Gericht lehnt den Antrag nach kurzer Beratung ab.

Mauss' Geldgeschäfte waren der Steuerfahndung aufgefallen, nachdem sie Daten der Schweizer Bank USB angekauft hatte. Da war ein gewisser Claus Möllner aufgetaucht, für den es in Deutschland allerdings kein Steuerkonto gab. Möllner, fanden die Fahnder heraus, ist einer der vielen Alias-Namen von Werner Mauss, der unter anderem auch als Richard Nelson oder eben Dieter Koch in Erscheinung tritt.

Zu Koch gab es den Treffer, er ist Steuerkunde beim Finanzamt Essen-Süd, aber nach den Erkenntnissen der Steuerfahnder ein extrem unehrlicher. Falsche Angaben habe er gemacht, bewusst unrichtige, und vieles habe er verschwiegen. Angeklagt ist Mauss in seiner multiplen Erscheinung als Mauss alias Möllner alias Koch alias Nelson.

Mauss verweist auf einen Geheimbund

Der Agent, der nach der Aufnahme des Ermittlungsverfahrens und einer Hausdurchsuchung in Altstrimmig vier Millionen Euro auf die zu erwartende Steuerschuld angezahlt hatte und eine Million Euro Kaution stellen musste, um nicht in Haft zu kommen, bestreitet die Vermögenswerte nicht. Nur: Es seien nicht seine, sondern ein Geheimbund habe ihm das Geld lediglich zur Verfügung gestellt, um für den Weltfrieden aktiv sein zu können. Das Geld verwalte er nur treuhänderisch und für seine Einsätze.

Zweimal gab es vor dem Prozessauftakt Treffen zwischen dem Gericht, der Staatsanwaltschaft und den Verteidigern, berichtete der Vorsitzende Richter Markus van den Hövel, beide Male habe die Kammer "Zweifel an der Plausibilität" der Argumentation des Angeklagten geäußert. Absprachen hinsichtlich Verfahrensdauer oder möglicher Strafen, einen Deal also, habe es bei keinem der Vorgespräche gegeben.

Der Prozess wurde am Mittag fortgesetzt, Termine am Landgericht Bochum sind bis Dezember reserviert. Dann wäre es auch kalt genug für den Stepp-Parka von Werner Mauss. Der Prozess wird am 4. Oktober fortgesetzt.

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