Evangelische Kirche:Protestanten erinnern an Reformation

Protestanten in ganz Deutschland haben am Sonntag den Reformationstag gefeiert. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, rief in der Schlosskirche zu Wittenberg dazu auf, Spaltungen auch innerhalb der eigenen Reihen zu überwinden. "Keiner glaubt uns unsere Glaubensbotschaft, wenn wir die Liebe, die mit ihr untrennbar verbunden ist, nicht selbst ausstrahlen", so Bedford-Strohm. "Keiner hört unsere Appelle an die Welt, die Spaltungen zu überwinden, wenn wir als christliche Kirchen nicht unsere eigenen Spaltungen überwinden." Am Reformationstag erinnern Protestanten in aller Welt an die Anfänge der evangelischen Kirche vor mehr als 500 Jahren. In der Schlosskirche zu Wittenberg soll der Augustinermönch Martin Luther am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen wider den Ablasshandel der Kirche veröffentlicht haben. Heute stelle der Missbrauchsskandal die Glaubwürdigkeit der Kirche immens in Frage, sagte Essens katholischer Bischof Franz-Josef Overbeck in einem ökumenischen Gottesdienst zum Reformationstag in der Hamburger Hauptkirche Sankt Petri. "Schon länger frage ich mich, ob dieser Skandal nicht heute eine ähnliche Rolle spielen könnte wie der Ablassskandal, der im Hochmittelalter die Reformation ausgelöst hat", sagte Overbeck. In beiden Fällen offenbare das, was zunächst wie ein Randphänomen erscheine, tiefere Probleme und systemische Übel.

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