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Evangelische Kirche:"Täter dürfen nicht weiter im Kirchendienst stehen"

Erstmals hat eine Betroffene sexuellen Missbrauchs vor der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gesproc

Kerstin Claus kämpft für die Anerkennung des Leids der Betroffenen.

(Foto: Heike Lyding/imago)

Auch die evangelische Kirche hat ein systematisches Missbrauchs-Problem, sagt die Journalistin Kerstin Claus. Sie selbst wurde als Konfirmandin Opfer eines Pfarrers.

Da steht sie im großen Saal des Dresdner Kongresszentrums vor den 120 Kirchenmännern und Kirchenfrauen, aufrecht, die Hände am Pult. Kerstin Claus ist Journalistin von Beruf und Mitglied im Betroffenenrat beim Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs der Bundesregierung. Trotzdem zittert ihre Stimme. "Es ist nicht selbstverständlich, dass ich hier stehe", sagt sie. 2003 hat sie angezeigt, dass ein Pfarrer der bayerischen Landeskirche sie als Konfirmandin sexuell ausgenutzt habe; bis heute ist der Geistliche im Amt - sie macht den EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm dafür mitverantwortlich. Sie stehe für die vielen, die es nicht schafften, ihre Geschichte öffentlich zu machen, sagt sie. Und wie viel Kraft es brauche, sich immer wieder den Zuhörern auszuliefern.

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