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Europäische Währungsunion:Merkel will Griechenland in Euro-Zone halten

"Wir müssen eine Lösung finden": Laut einem Bericht des Spiegel wil Bundeskanzlerin Angela Merkel unbedingt verhindern, dass Griechenland die Euro-Zone verlässt. Sie denkt dabei vor allem an die finanzielle Situation Deutschlands.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist offenbar fest entschlossen, Griechenland in der Euro-Zone zu halten. "Wir müssen eine Lösung finden", habe Merkel vergangene Woche im kleinen Kreis gesagt, berichtet der Spiegel.

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Merkel will, dass Griechenland Teil der Euro-Zone bleibt, berichtet der Spiegel.

(Foto: AFP)

Die Kanzlerin und ihre Berater befürchten laut dem Bericht des Nachrichtenmagazins, ein Ausscheiden Athens im Herbst könnte einen ähnlichen Domino-Effekt auslösen wie die Pleite der Lehman-Bank im Jahr 2008. Allein Deutschland müsste dann rund 62 Milliarden Euro abschreiben.

Als zu hoch schätzt die Kanzlerin laut den Berichten auch die politischen Kosten eines griechischen Euro-Austritts ein. Die Bundesregierung müsste in diesem Fall womöglich andere Krisenländer wie Italien und Spanien durch eine gemeinsame Schuldenunion stabilisieren, befürchteten Merkels Berater laut dem Nachrichtenmagazin.

Die Grundsatzentscheidung für Griechenlands sei im Kanzleramt gefallen, noch bevor die Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) am Freitag zu ihrer neuen Erkundungsmission nach Athen aufgebrochen sei, hieß es.

Ein drittes Hilfsprogramm für das angeschlagene Mittelmeerland will Merkel demnach aber auf jeden Fall verhindern, weil sie im Bundestag dafür keine Mehrheit bekäme. Stattdessen solle das bisherige Hilfsprogramm umgeschichtet werden, schrieb der Spiegel. Die nächsten Kredittranchen könnten also bei Bedarf größer ausfallen als geplant, dafür würden spätere Tranchen entsprechend gekürzt.

Mit einer Entscheidung über Griechenlands Zukunft werde in Brüssel erst für Anfang November gerechnet.

© Süddeutsche.de/dpa/afp/ina

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