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Europa:Mehr Öko, weniger Pestizide

Die EU-Kommission will die europäische Landwirtschaft nachhaltig reformieren. Die neue Strategie "Vom Hof auf den Tisch" soll ein Kernbestandteil des sogenannten "European Green Deal" sein.

Die EU-Kommission hat Pläne vorgestellt, die die Ernährung in ganz Europa verändern könnten. Die neue Strategie unter dem Schlagwort "Vom Hof auf den Tisch" ist ein Kernbestandteil des "European Green Deal". Bis 2030 soll der Einsatz von Pestiziden um die Hälfte gesenkt werden, und der Anteil der Flächen, die für Ökolandbau reserviert sind, soll von jetzt acht auf dann 25 Prozent steigen.

Umweltverbände begrüßten die Pläne. Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes, sprach hingegen von einem "Generalangriff auf die gesamte Landwirtschaft." Die Christdemokraten im EU-Parlament kritisierten mit Blick auf die Corona-Krise außerdem das Timing. Die neuen Vorhaben wurden von gleich drei EU-Kommissaren präsentiert - ausgerechnet der für die Landwirtschaft zuständige Kommissar, der Pole Janusz Wojciechowski, fehlte allerdings.

Neben der "Vom Hof auf den Tisch"-Initiative stellte die EU-Kommission am Mittwoch auch neue Pläne für mehr Umwelt- und Artenschutz vor. Demnach sollen bis 2030 mindestens 30 Prozent der Land- und Wasserflächen in Europa zu Schutzgebieten werden. Außerdem will die EU-Kommission einen Fahrplan für das Pflanzen von mindestens drei Milliarden Bäumen bis 2030 vorlegen. Man könne schlecht andere Länder bitten, ihre Urwälder zu schützen, wenn man nicht gleichzeitig die Urwälder in Europas bewahre, hieß es aus der EU-Kommission. Gerade jetzt, während der Corona-Krise, sei der richtige Zeitpunkt für solche Vorhaben: "Die Krise hat gezeigt, wie verletzlich wir alle sind, und wie wichtig es ist, das Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur wiederherzustellen", sagte der Klimakommissar Frans Timmermans.

© SZ vom 22.05.2020

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