Müsste man die Lehre, die viele europäische Regierungen aus der mühsam entschärften Grönland-Krise ziehen, auf einen knappen Nenner bringen, dann wäre es dieser: Geschlossenheit und Entschlossenheit. Weil die EU-Staaten selbstbewusst zusammengestanden und Donald Trump mit einer Gegenreaktion gedroht hätten, so die Logik, habe der US-Präsident seinen Plan fallen lassen, dem europäischen Staat Dänemark die arktische Insel wegzunehmen.
Außenpolitik der EUEuropas Traum: Gemeinsam gegen Trump
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Der US-Präsident habe das Bündnis mit Europa „zutiefst erschüttert“, sagt die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas. Sie sagt aber auch: „Wir wollen starke transatlantische Beziehungen.“
Yves Herman/ReutersDie EU ist ein bisschen stolz: Sie lobt sich für ihr geschlossenes Auftreten gegenüber dem US-Präsidenten im Grönland-Streit. Aber hält sie das durch – wenn sie nach vier Jahren Krieg nicht einmal dem Aggressor Putin mit einer Stimme entgegentritt?
Von Hubert Wetzel, Brüssel
