Was sich in dieser Woche in Brüssel abspielte, gehört zu einer Kategorie sehr seltener Ereignisse in der Politik. Man sah die Präsidentin der Europäischen Kommission im Untergeschoss ihres Amtssitzes, erster öffentlicher Auftritt seit einer heftigen Lungenentzündung, erste große Pressekonferenz im zweiten Mandat Ursula von der Leyens, erste Vorausschau auf die großen wirtschaftspolitischen Vorhaben für die kommenden Jahre. Und während der Fragerunde am Mittwoch sagte sie dann diesen Satz: „Wir sind mit dem Mikromanagement zu weit gegangen.“ Was für ein Eingeständnis: Am Anfang ihrer zweiten Legislatur nimmt sie sich erst einmal vor, ihre Politik der vergangenen Jahre zu korrigieren.
Ursula von der LeyenDruck von allen Seiten
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Die EU-Kommissionschefin wirkt wie eine Getriebene. Sie ist mächtiger denn je, aber zugleich gezwungen, ihre eigene Politik zu korrigieren. Ihr Vermächtnis hängt davon ab, ob ihr die Wirtschaftswende gelingt – und sie hat nur diese eine Chance.
Von Jan Diesteldorf, Brüssel
