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EU:Rettung für das Reisen

Die Wichtigkeit des Themas war allen Vertretern der 27 EU-Staaten bewusst, die am Montag per Videoschalte über die Lage des Tourismus in Europa berieten. Antworten aber gab es wenige.

Von Matthias Kolb

Die Wichtigkeit des Themas war allen Vertretern der 27 EU-Staaten bewusst, die am Montag per Videoschalte über die Lage des Tourismus in Europa berieten. Doch wer als Bürger auf konkrete Hinweise für die Planung des Sommerurlaubs hoffte, wurde enttäuscht. "Wir brauchen jetzt eine Strategie für einen gemeinsamen Neustart des Tourismussektors in der EU", sagte anschließend Thomas Bareiß, der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung. Die Bedeutung des Tourismus für Europa machte Gari Capelli, der zuständige Minister Kroatiens, klar: Es gehe um zehn Prozent der Wirtschaftsleistung in Europa und fast zwölf Prozent der Arbeitnehmer. Kroatien hat derzeit die EU-Ratspräsidentschaft inne, die im Juli Deutschland übernimmt. Neben Griechenland ist Kroatien das am stärksten vom Tourismus abhängige Land. Capelli betonte, dass man zunächst Epidemiologen befragen müsse, bevor Tourismuskorridore geöffnet werden könnten. Er sprach aber von "genügend gutem Willen und dem Wunsch" aller, einen Weg zu finden, um die EU-Länder wieder zu verbinden. Weiter gesucht wird ein einheitliches Vorgehen bei Entschädigungen für ausgefallene Pauschalreisen. Die Minister beauftragten die EU-Kommission, einen Rechtsrahmen auszuarbeiten, der einen fairen Interessenausgleich zwischen Reiseveranstaltern und Verbrauchern sichere. Während das EU-Recht Verbrauchern die Option gibt, zwischen einem Gutschein oder einer Erstattung zu wählen, fordert CDU-Politiker Bareiß die Gutschein-Lösung.

© SZ vom 28.04.2020

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