Pro Europa – Alan Johnson

Geboren am 17. Mai 1950 in London

Mitglied der Labour Party

Status: Analyst

Er war der letzte Innenminister einer Labour-Regierung. Sieben Jahre gehörte Alan Johnson dem Kabinett an. Nach der Niederlage 2010 tauchte er erstmal ab. Jetzt aber ist er zurück, als Leiter der Labour-eignen Pro-Europa Kampagne "Labour In for Britain". Johnson hat einen nüchtern-analystischen Blick auf die Abstimmung. Dem Guardian sagte er, die Pro-Europäer hätten sicher den besten Songtext, aber es fehle noch die richtige Melodie. Oder anders gesagt: Die Leave-Bewegung emotionalisiert das Thema EU-Austritt wesentlich besser.

"Take back control", lautet einer ihrer markigen Sprüche, die Briten müssten sich die Kontrolle über ihr Land zurückholen. Das zieht. Die Pro-Kampagnen haben dem kaum etwas entgegenzusetzen. Mit den üblichen Argumenten der europäischen Solidarität kommen die Remain-Befürworter kaum voran. Auch wenn Johnson nur die Labour-eigene Kampagne führt und nicht etwa die Offizielle "Britain stronger in Europe"-Kampagne, seine Rolle ist nicht zu unterschätzen. Er muss die Anhänger der Labour-Party mobilisieren. Bleiben die Linken-Wähler zu Hause, tritt Großbritannien aus der EU aus, prophezeit der Guardian. Es wird Zeit, dass Johnson dafür so langsam mal den richtigen Sound findet.

Bild: Getty Images 11. Juni 2016, 14:032016-06-11 14:03:27 © SZ.de/gal