EU-Parlament Sonneborn nennt Erdoğan im Europäischen Parlament den "Irren vom Bosporus"

Der Satiriker kritisiert Erdoğans Forderung, den Begriff "Genozid" von einer Webseite der EU-Kommission zu streichen.

In einem Redebeitrag im Europaparlament hat der Satiriker Martin Sonneborn den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan angegriffen. Sonneborn, der als Abgeordneter für "Die Partei" im Parlament sitzt, bezeichnete Erdoğan als den "Irren vom Bosporus".

In seiner Rede bezog sich Sonneborn auf einen Vorfall von vergangener Woche, als sich die türkische Delegation bei der EU wegen des Dresdner Musikprojekts "Aghet" an die EU-Kommission gewandt hatte. Auf der Webseite des von der EU finanziell unterstützten Projekts wurde die Verfolgung der Armenier im Osmanischen Reich als Genozid bezeichnet. Die Türkei forderte, das Geld für das Projekt zu streichen und die "einseitige" Beschreibung zu ändern.

Sonneborn empfahl in seiner Rede den Dresdner Musikern, das Wort "Genozid" durch das Wort "Völkermord" zu ersetzen und kritisierte den Umgang der Türkei mit den Kurden scharf.

Erdoğan steht nach seiner Reaktion auf ein Schmähgedicht des ZDF-Moderators Jan Böhmermann seit Wochen in der Kritik. Die türkische Regierung hatte auch zuvor schon mehrfach Beschwerde gegen Kulturprojekte und Presseberichterstattung eingelegt.

Für "Die Partei" im EU-Parlament: Satiriker Martin Sonneborn

(Foto: dpa)