Ursula von der Leyen (Jahrgang 1958)

Aufgabe: Präsidentin der EU-Kommission

Partei: Christdemokraten

Bisher: Seit 2005 gehörte die CDU-Politikerin der Bundesregierung an - seitdem Angela Merkel Bundeskanzlerin ist. Als Verteidigungsministerin pflegte die 60-Jährige enge Kontakte zu Europas Spitzenpolitikern. Dass von der Leyen neben Englisch auch fließend Französisch spricht, gefällt Emmanuel Macron: Frankreichs Präsident präsentierte die Deutsche Anfang Juli als Kompromisskandidatin, nachdem er Manfred Weber, den Spitzenkandidaten der Europäischen Volkspartei (EVP), als Chef der EU-Kommission verhindert hatte. Von der Leyen wurde im Juli mit knapper Mehrheit vom Europaparlament bestätigt - auch mit Stimmen der rechtsnationalen polnischen Regierungspartei PiS. Ein Ziel hat die in Brüssel geborene von der Leyen erreicht: Ihrem künftigen Team gehören fast genauso viele Frauen wie Männer an.

Künftig: Die erste Frau an der Spitze der EU-Kommission muss Europa in der Welt repräsentieren, die Interessen großer und kleiner Mitgliedstaaten ausbalancieren und die Egos der Mitglieder ihrer eigenen Kommission zähmen. Und sonst? Den Klimawandel bekämpfen, die Chancen der Digitalisierung nutzen, Europa sozial gerechter machen und dafür sorgen, dass die EU sich zwischen China und den USA positioniert, ohne einen Partner zu verschrecken.

Bild: AFP 2. Oktober 2019, 15:162019-10-02 15:16:16 © SZ.de/odg