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EU:Juncker nennt Europäisches Parlament "lächerlich"

Der Kommissionspräsident ärgert sich über viele leere Plätze. Wenn Merkel gesprochen hätte, "dann hätten wir ein volles Haus gehabt", schimpft Juncker.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat das Europaparlament beschimpft, weil die meisten Abgeordneten einer Debatte fernblieben. "Das Europaparlament ist lächerlich, sehr lächerlich", sagte der Luxemburger. Debattiert wurden die Ergebnisse der endenden EU-Präsidentschaft Maltas. Nur wenige Abgeordnete nahmen an der Sitzung mit dem Regierungschef des kleinen Inselstaates, Joseph Muscat, teil.

Wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel anstelle von Muscat im Saal gewesen wäre, "dann hätten wir ein volles Haus gehabt", sagte Juncker. "Ich werde nie wieder an so einer Art von Sitzung teilnehmen." Das Parlament müsse auch die Präsidentschaft kleiner Länder respektieren.

Den EU-Vorsitz übernimmt alle sechs Monate ein anderer Mitgliedsstaat. Parlamentspräsident Antonio Tajani reagierte empört auf die Vorwürfe. "Ich bitte Sie darum, eine andere Sprache zu verwenden. Wir sind nicht lächerlich." Im Übrigen sei es am Parlament, die Kommission zu kontrollieren, und nicht umgekehrt.

© SZ.de/dpa/dayk/jael

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