EU-HaushaltDeutschland fordert EU-Kommission zum Kürzen auf

Lesezeit: 2 Min.

Kanzler Friedrich Merz mit Kommissionschefin Ursula von der Leyen im Mai 2025.
Kanzler Friedrich Merz mit Kommissionschefin Ursula von der Leyen im Mai 2025.
Virginia Mayo/AP/dpa
  • Deutschland fordert eine Kürzung des EU-Haushaltsvorschlags für 2028 bis 2034 um 400 Milliarden Euro.
  • Die EU-Kommission schlägt für die siebenjährige Finanzperiode ein Volumen von rund zwei Billionen Euro vor. Derzeit liegt es bei jährlich 1,3 Billionen.
  • Kanzler Merz schließt aus, dass Deutschland über die bisherigen 40 Milliarden Euro hinaus weitere 15 bis 20 Milliarden Euro jährlich nach Brüssel überweist.
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Der Vorschlag für das künftige Budget sei „unbezahlbar und unausgewogen“: Die Bundesregierung fordert Einsparungen von 400 Milliarden Euro.

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Deutschland fordert ein drastisches Abspecken der Planungen für den nächsten EU-Finanzrahmen, der von 2028 an gilt. Der Vorschlag der EU-Kommission müsse um rund 400 Milliarden Euro gekürzt werden, heißt es in einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden internen Papier der Bundesregierung zu den künftigen EU-Finanzen.

Es ist die erste konkrete Positionierung Deutschlands in der Debatte der 27 EU-Regierungen über den sogenannten Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR). „Der aktuelle auf dem Tisch liegende Vorschlag zum MFR 2028 bis 2034 ist unbezahlbar und unausgewogen“, heißt es in dem Papier. Die Bundesregierung droht indirekt mit einem Veto bei den Verhandlungen, die nur mit einem einstimmigen Votum der 27 EU-Regierungen abgeschlossen werden können: „So ist eine Einigung unmöglich.“

Die Bundesregierung zeigt Bereitschaft, mehr als bisher zu zahlen

Auf dem vergangenen EU-Gipfel hatte es eine erste Aussprache der Staats- und Regierungschefs über den Kommissionsvorschlag und einen von der derzeitigen zyprischen EU-Ratspräsidenschaft leicht modifizierten Entwurf gegeben. Die EU-Kommission schlägt für die siebenjährige Finanzperiode von 2028 bis 2034 ein Volumen von rund zwei Billionen Euro vor – im Vergleich zu rund 1,3 Billionen zwischen 2021 und 2027. Mit der Kürzungsforderung in Höhe von 400 Milliarden Euro nennt die Bundesregierung jetzt eine eigene Größenordnung für die künftigen EU-Haushalte. Berlin ist über die Debatte in Brüssel zunehmend alarmiert. „Einen Abschluss auch nur in der Nähe des Kommissionsvorschlages kann es nicht geben“, wird in dem Papier gewarnt. „In Brüssel scheint diese Realität noch nicht von allen verstanden worden zu sein.“

Kanzler Friedrich Merz hatte in der vergangenen Woche gesagt, es sei ausgeschlossen, dass Deutschland über die bisherigen 40 Milliarden Euro hinaus noch weitere 15 bis 20 Milliarden Euro im Jahr nach Brüssel überweist. Die Hoffnung liegt nun darauf, dass die irische EU-Ratspräsidentschaft, die am Mittwoch ihre Arbeit aufnimmt, bis Ende Juli ein aus deutscher Sicht realistischeres Finanztableau vorlegen wird.

Auch Deutschland bekommt jedes Jahr Milliarden aus den Brüsseler Töpfen für die verschiedensten Bereiche zurück. Es ist aber insgesamt der größte Nettozahler. Das heißt, die Bundesregierung überweist mehr Geld nach Brüssel, als nach Deutschland zurückfließt. Bei den ärmeren EU-Staaten ist es umgekehrt.

Zugleich betont die Bundesregierung, dass sie keineswegs eine radikale Position als Nettozahler einnehme. So gebe es zwar keinen Spielraum dafür, dass die Staaten einen höheren Prozentsatz gemessen an ihrer Wirtschaftskraft abführten. Aber auch das Abspecken der Kommissionsvorschläge um 400 Milliarden Euro würde immer noch einen „maßvoll höheren EU-Haushalt bedeuten“, heißt es in dem Papier. Ein solcher Finanzrahmen läge 27 Prozent über dem Niveau von 2021 bis 2027. Deutschlands jährlicher Beitrag würde dann auf mehr als 50 Milliarden Euro steigen.

Alle sieben Jahre gibt es in der EU ein sehr heftiges Ringen um den Finanzrahmen. Dabei stehen sich Nettoempfänger wie Polen oder südliche Staaten sowie Nettozahler wie Deutschland, Österreich, die Niederlande oder Schweden gegenüber. So hatten sich vor dem jüngsten EU-Gipfel sowohl die Gruppen der Nettoempfänger als auch der -zahler getroffen. Eine Einigung ist auch deshalb schwierig, weil 2021 zusätzlich zum MFR noch Kredite und Zuschüsse aus dem Corona-Hilfspaket beschlossen wurden. Dieses Geld fehlt diesmal.

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