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Brexit-Verhandlungen:Europa kann auch einig sein

EU-Chefunterhändler Michel Barnier bei einer Pressekonferenz in Brüssel am 25. Februar.

(Foto: AFP)

Gegenüber London zeigt sich die EU erfreulich geschlossen. Auf EU-Chefunterhändler Michel Barnier wartet trotzdem eine schwere Aufgabe.

Sie ist genommen, die erste Hürde: Die 27 Mitgliedstaaten der EU haben das Mandat für die Verhandlungen mit Großbritannien beschlossen. Von Montag an kann EU-Chefunterhändler Michel Barnier Gespräche mit London führen. In Brüssel wurde stets betont, dass man schnell loslegen wolle und sich nicht spalten lassen werde.

Beides wurde eingehalten: Wenige Tage, nachdem der Sondergipfel zum mehrjährigen Budget im Streit zu Ende ging, stehen die EU-27 geschlossen da und halten den Zeitplan ein. Auf Barnier wartet eine schwere Aufgabe. Ein Freihandelsabkommen "ohne Zölle und Quoten", wie es Brüssel anbietet, in acht bis zehn Monaten abzuschließen, hat bisher noch niemand versucht.

Das aktuelle Getöse von Boris Johnson und den Seinen sollte man ignorieren: Nur wenn London zusichert, Umwelt- und Sozialdumping zu vermeiden und die Regeln einhält, wird es Zugang zum Binnenmarkt geben. Der Schutz der Interessen von Europas Firmen und Bürgern hat Priorität.

Neben Barniers Erfahrung sprechen zwei Dinge für die EU-27. 440 Millionen EU-Bürger stehen 60 Millionen Briten gegenüber. Und Premierminister Johnson dürfte es sich angesichts vieler anderer Verträge, die er abschließen will, gut überlegen, gemachte Zusagen einzukassieren und unzuverlässig zu wirken. Der Rest der Welt schaut genau hin.

© SZ vom 26.02.2020/cck
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