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Afghanistan:Aufständische verschleppen zwei US-Soldaten

Blutiges Wochenende: Die Taliban haben in Afghanistan zwei US-Soldaten entführt - und einen der beiden möglicherweise getötet. Bei Anschlägen im Land gab es zudem weitere Tote und Verletzte.

Taliban haben in Afghanistan offensichtlich zwei US-Soldaten entführt - und möglicherweise einen davon getötet. Die Soldaten würden in der Provinz Logar im Süden des Landes festgehalten, teilte die radikal-islamische Gruppe mit.

U.S. Army Clears Roads Of IEDS In Afghanistan

US-Soldaten in Afghanistan: Drei Angehörige der US-Armee sollen Aufständischen ins Netz gegangen sein.

(Foto: getty)

Die Isaf bestätigte die Vorfälle, machte aber keine Angaben zur Herkunft der Opfer. Die Soldaten hätten am Freitagnachmittag ihren Stützpunkt in der afghanischen Hauptstadt verlassen und seien nicht mehr zurückgekehrt, teilte die Nato-geführte Internationale Schutztruppe mit.

Nach inoffiziellen Militärangaben handelt es sich bei den Entführten um Amerikaner. In Logar soll es demnach Rundfunkaufrufe gegeben haben, in denen die USA 20.000 Dollar Belohnung für Hinweise auf den Aufenthaltsort der Vermissten ausloben.

Explosion einer Sprengfalle

Ein Taliban-Sprecher erklärte, die Kämpfer hätten zwei mit Waffen und Funkgeräten ausgerüstete US-Soldaten in der an Kabul angrenzenden Provinz Logar gefangen genommen. Nach Angaben der Provinzbehörden von Logar wurde ein Amerikaner unmittelbar danach getötet.

Die Taliban haben seit mehr als einem Jahr den US-Soldaten Bowe Bergdahl in ihrer Gewalt. Seitdem haben die Aufständischen in mehreren Propaganda-Videos Aufnahmen Bergdahls veröffentlicht, zuletzt im April.

Bei einem weiteren Zwischenfall kamen im Süden des Landes nach Angaben der Nato bei der Explosion einer Sprengfalle vier Isaf-Soldaten ums Leben. Wo genau sich der Anschlag ereignete und aus welchen Ländern die Getöteten stammen, teilte die Nato nicht mit.

Bei einem Anschlag auf eine Moschee wurde im Osten Afghanistans ein Kandidat für die Parlamentswahl im September getötet. 20 weitere Menschen erlitten nach Angaben der Polizei bei dem Attentat am Freitag in Chost Verletzungen. Da die Ermittlungen andauerten, könne noch nicht gesagt werden, wer für die Tat verantwortlich sei, erklärte der Polizeichef der Provinz.

Die Taliban, die im vergangenen Jahr vor der Präsidentenwahl Anschläge auf über 130 Wahllokale und andere Ziele verübt hatten, erklärten, der Bombenanschlag auf die Moschee könnte von Rivalen des Getöteten ausgeführt worden sein.

© sueddeutsche.de/Reuters/AFP/dpa/pak/jobr
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