Erzbistum Köln:Versöhnen üben

Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki auf dem Weg zur Priesterweihe von vier neuen Priestern im Kölner Dom

Abschied auf Zeit: Bis Aschermittwoch nimmt Kardinal Rainer Maria Woelki eine Auszeit.

(Foto: Christoph Hardt/Imago)

Kardinal Rainer Maria Woelki nimmt nach "großen Fehlern" bei der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen eine Auszeit. Sein Plan: einen Monat Exerzitien, danach im Ausland nach neuen Wegen für die Seelsorge suchen.

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat sich in seine vom Papst gewährte Auszeit verabschiedet. "Zunächst werde ich 30-tägige Exerzitien machen, auch ein Grund, warum ich den Heiligen Vater um diese Auszeit gebeten hatte", sagte der Erzbischof am Sonntag im "Wort des Bischofs" auf dem bistumseigenen Online-Portal domradio.de. Anschließend wolle er sich in Nachbarländern, vielleicht in den Niederlanden, über deren Wege der Seelsorge informieren. "Noch mal einen anderen Blick auf vieles bekommen, das wünsche ich mir."

Darüber hinaus wolle er sich für soziale Projekte einsetzen. "Sie wissen ja: Mein Herz schlägt für soziale Projekte", sagte der Kardinal und verwies auf seine Besuche in den Flutgebieten, die Öffnung des Priesterseminars für Obdachlose und sowie den Einsatz des Erzbistums für Flüchtlinge. Woelki wörtlich: "Da schlägt mein Herz, bei Menschen in Not und an den sozialen Rändern." Der 65-Jährige berichtete, er habe in den vergangenen Wochen viele gute Ratschläge bekommen, was er bis Aschermittwoch tun sollte. Er werde sich in der kommenden Zeit vor Gott Gedanken machen, wie das Bistum gemeinsam in die Zukunft gehen könne; wie ein Aufeinanderzugehen aller aussehen und wie eine Erneuerung im Glauben stattfinden könne. Der Papst wünsche sich "eine Zeit des Innehaltens, der Erneuerung und der Versöhnung sowohl für den Erzbischof wie auch das ganze Erzbistum", so der Kardinal. Zentral sei für ihn, die kommenden großen Aufgaben "versöhnt zu meistern".

Die Auszeit des Erzbischofs soll bis Aschermittwoch dauern. Im Erzbistum Köln hatte vor allem die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen zu einer Vertrauenskrise geführt. Papst Franziskus erklärte nach einer Untersuchung, Woelki habe "große Fehler" in der Kommunikation gemacht, aber keine Verbrechen vertuschen wollen. Der Kardinal betonte, er wolle nach der Auszeit wieder seinen Dienst aufnehmen. Bis dahin steht Weihbischof Rolf Steinhäuser, 69, an der Spitze des Erzbistums.

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