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Erzbistum Köln:Reform verzögert

Der Skandal um die Missbrauchsaufarbeitung im Erzbistum Köln verzögert nun offenbar auch Bistumsreformen. Nach Informationen des Kölner Stadt-Anzeigers hat die Bistumsleitung eine für Samstag geplante Sondersitzung des Diözesanpastoralrats zur geplanten Bistumsreform kurzfristig abgesagt. Es habe "zahlreiche Wortmeldungen" gegeben mit der Bitte, "dass wir uns gemeinsam mehr Zeit für die weiteren Schritte nehmen sollten", heißt es der Zeitung zufolge in einem Brief von Generalvikar Markus Hofmann an die Mitglieder des höchsten pastoralen Beratungsgremiums von Kardinal Rainer Woelki. In der Vorwoche hatte der Katholikenrat im Rhein-Sieg-Kreis gefordert, die Mitarbeit des Rats an der Reform auszusetzen, weil es wegen der ungeklärten Aufarbeitung an Akzeptanz fehle. Am Montag hatte die Kölner Gemeinde St. Severin Woelki in einem offenen Brief scharf kritisiert: "Wir haben Vertrauen in unsere Kirchenleitung als moralische Instanz verloren."

© SZ vom 20.01.2021 / ZOC
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