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Neue Verteidigungsministerin:Von der Leyen zu erstem Truppenbesuch in Afghanistan

Von der Leyen in Afghanistan

"Ich bin für die Soldatinnen und Soldaten da, sie können sich auf mich verlassen", sagte von der Leyen am Sonntag im Camp Marmal bei Masar-i-Scharif.

(Foto: Von der Leyen Afghanistan)

Gerade mal fünf Tage ist Verteidigungsministerin von der Leyen im Amt, da stellt sie sich schon bei der Truppe am Hindukusch vor. Sie wolle damit zeigen, dass sie für die Soldaten da sei. Der Besuch soll zwei Tage dauern.

Bei ihrem ersten Truppenbesuch in Afghanistan hat Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) den deutschen Soldaten ihre Unterstützung zugesagt. "Ich bin für die Soldatinnen und Soldaten da, sie können sich auf mich verlassen", sagte von der Leyen am Sonntag im Camp Marmal bei Masar-i-Scharif. Gerade vor Weihnachten sei ihr "sehr daran gelegen" gewesen, "zum Einsatz der Truppen hierher zu fahren".

In Afghanistan sehe sie "noch große Aufgaben" hinsichtlich der Durchsetzung von Menschenrechten und Demokratie, sagte von der Leyen. Alle wüssten, "wie ernst der Einsatz hier ist". Die Leistungen der Bundeswehr am Hindukusch bezeichnete von der Leyen als "großartig". Zu ihrer neuen Rolle sagte die Ministerin, sie habe "Respekt vor der Aufgabe". "Ich weiß, dass ich noch viel zu lernen habe". Es gelte für sie nun, "tiefer einzusteigen und zu lernen". Von der Leyen ist die erste Frau an der Spitze des Bundesverteidigungsministeriums.

"Es ist schon ein besonderes Gefühl, hier zu sein", sagte von der Leyen nach einem Frühstück mit Soldaten im Camp weiter. Sie sei von den Soldaten "sehr warm und herzlich aufgenommen" worden und habe "die ersten Eindrücke ihrer Lebenswirklichkeit gesehen".

Von der Leyen will auch den Kommandeur der Isaf treffen

Die Ministerin will zwei Tage im Camp Marmal verbringen. Es ist das letzte deutsche Feldlager im nordafghanischen Zuständigkeitsgebiet der Bundeswehr. Neben den Bundeswehrtruppen will von der Leyen während ihres Besuchs auch den Kommandeur der internationalen Schutztruppe Isaf, US-General Joseph Dunford, treffen.

In Afghanistan sind derzeit rund 3100 Bundeswehrsoldaten stationiert, darunter etwa 200 Frauen. Der Nato-Kampfeinsatz soll in einem Jahr enden. Bis zu 800 deutsche Soldaten sollen anschließend zur Ausbildung und Beratung der afghanischen Streitkräfte im Land bleiben. Voraussetzung ist aber die Unterzeichnung eines Sicherheitsabkommens durch den afghanischen Präsidenten Hamid Karsai. Damit sollen die ausländischen Truppen Rechtssicherheit erhalten und vor allem vor Strafverfolgung durch afghanische Behörden geschützt werden.

Für die Soldaten in Masar-i-Scharif ist es bereits der zweite vorweihnachtliche Ministerbesuch innerhalb von zehn Tagen. Thomas de Maizière war in der vergangenen Woche bereits im Feldlager in Masar-i-Scharif. Zu diesem Zeitpunkt wusste er aber noch nicht, dass er in ein anderes Ministerium wechseln würde.

Die Ministerbesuche in Afghanistan finden unter massiven Sicherheitsvorkehrungen statt und werden bis zur Ankunft möglichst geheim gehalten. Die Sicherheitslage in Afghanistan ist weiterhin angespannt. Während des de-Maizière-Besuchs in der vergangenen Woche kam es zum ersten Selbstmordanschlag seit mehreren Jahren auf einen Bundeswehr-Konvoi in der Hauptstadt Kabul. Im nordafghanischen Einsatzgebiet der Bundeswehr war zuletzt im Mai ein deutscher Soldat getötet worden.

© Süddeutsche.de/dpa/Reuters/AFP/jhal/les

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