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Erste Hochrechnungen aus Frankreich:Linkes Lager liegt bei Parlamentswahl vorn

Bei der Parlamentswahl in Frankreich zeichnet sich ein Sieg des linken Lagers ab: Die Sozialisten von Präsident François Hollande konnten laut Hochrechnungen bei der ersten Wahlrunde deutlich auf rund 35 Prozent zulegen.

Nach der ersten Runde der Parlamentswahl in Frankreich zeichnet sich eine linke Mehrheit in der Nationalversammlung ab: Die Sozialisten mit ihrem neuen Präsidenten François Hollande konnten laut Hochrechnungen am Sonntag deutlich auf rund 35 Prozent zulegen, alle linken Parteien zusammen kamen auf rund 47 Prozent.

Die konservative UMP des am 6. Mai abgewählten Präsidenten Nicolas Sarkozy fiel auf rund 35 Prozent zurück. Die rechtsextreme Front National (FN) kam nach den Berechnungen von drei Instituten auf 13 bis 14 Prozent. Die UMP-Spitze hat eine Zusammenarbeit mit den Rechtsextremen ausgeschlossen.

Die Sozialisten müssen den Hochrechnungen zufolge um eine eigene absolute Mehrheit zusammen mit ihren Verbündeten wie den Grünen bangen und sind womöglich auf die Unterstützung der Linksfront angewiesen, die deutlich radikalere Positionen vertritt. Nach den Hochrechnungen kämen die Sozialisten zusammen mit den Grünen und verbündeten Einzelkandidaten auf 287 bis 347 Sitze in der Nationalversammlung. Die absolute Mehrheit liegt bei 289 Sitzen.

Die Wahl gilt als erster Stimmungstest für Präsident Hollande. Allerdings hat diese erste Wahlrunde nur begrenzte Aussagekraft für die künftige Zusammensetzung der Pariser Nationalversammlung: In der Mehrzahl der 577 Wahlkreise wird sich der Sieg eines Kandidaten erst am 17. Juni in der zweiten Runde der Parlamentswahlen entscheiden. Dann reicht eine relative Mehrheit für einen Abgeordnetensitz. Die Wahlbeteiligung war mit etwa 60 Prozent etwas geringer als noch 2007.