Erste Frau im AmtEinführung der neuen Erzbischöfin von Canterbury

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Sarah Mullally ist am Mittwoch offiziell in das Amt der Erzbischöfin von Canterbury eingeführt worden. Als erste Frau in diesem Amt verwies sie in ihrer Predigt auf Frauen in der Bibel, die sich mit Gottvertrauen auf eine unsichere Zukunft eingelassen hätten. Zugleich erinnerte die 63-Jährige an die Opfer kirchlichen Versagens. Ihnen besonders müsse Wahrheit und Gerechtigkeit gewährt werden. In ihrer recht persönlich gehaltenen Ansprache ermutigte sie Gläubige dazu, sich persönlich Gott anzuvertrauen.

Die bisherige Bischöfin von London hatte die 140 Kilometer aus der Hauptstadt in ihre neue Bischofsstadt in den vergangenen Tagen als Pilgerweg zu Fuß zurückgelegt. Als Nummer eins und Primas der anglikanischen Staatskirche von England folgt sie Erzbischof Justin Welby nach.

Mullally ist als 106. Erzbischof von Canterbury die erste Frau als Nachfolgerin des heiligen Augustinus von Canterbury, der um 597 von Papst Gregor I. nach England gesandt wurde, um die Angelsachsen zu missionieren. Er war der Gründer der englischen Kirche, die seit der Reformation im 16. Jahrhundert nicht mehr katholisch ist, sondern protestantisch wurde.

Gemäß dem Anklopfritual von Canterbury musste die neue Erzbischöfin zunächst vor dem Westportal der Kathedrale warten. Der Kathedraldekan verlas drinnen in Anwesenheit von Thronfolger Prinz William und seiner Frau Catherine einen Brief von König Charles III., dem weltlichen Oberhaupt der anglikanischen Staatskirche.

Am Altar leistete Mullally einen Treueid auf die Gesetze der Kirche von England und einen weiteren auf den König. In Anwesenheit von Vertretern anderer Kirchen unterzeichnete die Erzbischöfin zudem eine ökumenische Verpflichtung der Kirchen in Großbritannien.

Die gelernte Krankenpflegerin Mullally wechselte 1999 für fünf Jahre als Leiterin Pflege ins britische Gesundheitsministerium. 2001 erhielt sie die Diakonenweihe und 2006 die Priesterweihe. Im Juli 2015 wurde sie vom anglikanischen Primas Welby zur Bischöfin geweiht; in Exeter war sie Englands zweite Diözesanbischöfin. Seit 1987 ist Mullally verheiratet; sie hat zwei Kinder.

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