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Ermittlungen zur Zwickauer Terrorzelle:Amerikaner bestreiten alle Vorwürfe

Das Bundeskriminalamt fertigte vorigen Monat einen vertraulichen Bericht an, demzufolge die amerikanische Botschaft das von der Illustrierten in Abschrift zur Verfügung gestellte Papier als "nicht authentisch" eingestuft habe: "Obgleich der Verfasser über zumindest rudimentäre Kenntnisse hinsichtlich des Aufbaus derartiger Schreiben verfügt haben müsse, weise es zahlreiche Widersprüche in Bezug auf das Format, die Terminologie sowie den Inhalt auf", habe die Botschaft erklärt. Zudem habe es im April 2007 keine Observationen durch US-Einheiten in Heilbronn gegeben; eine SIT-Einheit habe niemals existiert.

Obwohl die Illustrierte korrekterweise den Quellenschutz einhält, ist sich das Bundesinnenministerium mittlerweile sicher, den wichtigsten Informanten des Blattes zu kennen. Dieser "Hinweisgeber" habe, so teilte Fritsche den Parlamentariern mit, auch am 12. November in einer E-Mail dem Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich sein angebliches "Hintergrundwissen" offeriert.

In dieser E-Mail, die der Süddeutschen Zeitung vorliegt, wies er "nachdrücklich" auf die angebliche "Verstrickung islamistischer Kreise", sowie des "Heeresnachrichtendienstes der US-Armee" und mehrerer deutscher Verfassungsschutzämter in den "Heilbronner Mordfall" hin. Kurz darauf machte er als Zeuge eine Aussage vor Ermittlern der Sonderkommission "Trio". Er behauptete, nach dem Polizistenmord ein Gespräch zweier amerikanischer Geheimdienstleute mitgehört zu haben, die sich über eine beinahe missglückte Observation in Heilbronn unterhalten hätten.

Die beiden von ihm als mögliche Auskunftspersonen benannten Amerikaner bestritten gegenüber deutschen Ermittlern alle Vorwürfe. Einer der beiden sagte, er habe gegen den Deutschen im Herbst 2006 ein internes Ermittlungsverfahren wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten bei der Abrechnung der Dienstzeiten geführt. Der zweite als Auskunftsperson benannte US-Soldat war ebenfalls an diesen Ermittlungen beteiligt. Er halte das Observationsprotokoll für "eine Fälschung" und den Deutschen "für einen Lügner", erklärte er als Zeuge.

Der unter Verdacht geratene deutsche Ex-Geheime hatte sich im Vorjahr vergeblich bei Friedrich, der damals noch Chef der CSU-Landesgruppe war, als "Persönlicher Referent in Sachen Nachrichtendienste" beworben. Er kenne "sämtliche Spieler in den deutschen Sicherheitsdienststellen", schrieb er.

© SZ vom 05.06.2012/fran
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