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Bundesinnenminister Dobrindt (CSU) sprach von einer „hybriden Bedrohungslage“.
Bundesinnenminister Dobrindt (CSU) sprach von einer „hybriden Bedrohungslage“. Hendrik Schmidt/dpa

SZ am Morgen

Von Nicolas Richter

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Drohnen in der Nähe deutscher Flughäfen sind schon seit längerem eine wachsende Gefahr: Unbemannte Flugobjekte haben nach Behördenangaben allein im ersten Halbjahr 145 Behinderungen verursacht. In Leipzig ist es in der Nacht zum Mittwoch allerdings zu einem Vorfall völlig neuer Qualität gekommen. Die Polizei fand in unmittelbarer Nähe eines Transportflugzeugs der ukrainischen Antonow-Airlines eine präparierte Drohne, die mit Sprengstoff versehen war. Das Gemisch explodierte offenbar nur deswegen nicht, weil der Zünder wohl abgerissen war.

Die Ermittlungen haben zwar gerade erst begonnen, aber die Konstellation passt nicht nur auf den ersten Blick zum hybriden Krieg, den Russland seit Jahren und zunehmend intensiv gegen die Verbündeten der Ukraine in Europa führt. Der Flughafen Leipzig gilt als Drehscheibe für westliche Rüstungsgüter auf dem Weg in die Ukraine und wäre damit für Russland ein lohnendes Ziel.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) unterbrach wegen des Vorfalls seinen Urlaub und reiste nach Leipzig. Am Mittwochabend warnte er vor voreiligen Schlüssen - auch mit Blick auf den Urheber. Allerdings betonte Dobrindt, dass keine Amateure am Werk gewesen seien. „Wir reden hier von einer professionellen hybriden Bedrohungslage“, sagte er, die Täter hätten „professionelle Technik“ verwendet. „Dass erstmals in Deutschland eine Drohne mit Sprengstoff bestückt wurde, spricht Bände“, bekräftigte Sachsens Innenminister Armin Schuster.

Dazu passt, was Joschka Fischer zur aktuellen Weltlage sagt: „Die gemütliche Zeit ist vorbei.“ Der frühere Bundesaußenminister und Vizekanzler (Grüne) plädiert dafür, sich keine Illusionen zu machen. Entscheidend sei der Rückzug der Schutzmacht USA, dazu komme die Bedrohung durch Russland. Fischer sagte im SZ-Interview mit Michael Kläsgen und Henrike Roßbach: „Wer schützt uns in Deutschland und Europa? Die Antwort ist: Wir müssen das selbst tun.“

Was heute wichtig ist

Iran: Einigung mit Oman über neue Route durch Straße von Hormus. Durch das geplante Abkommen will Teheran die Kontrolle über die Schiffe bekommen, die durch die Meerenge in den Golf fahren. Die USA streichen eine Iran nahestehende Fluggesellschaft von der Sanktionsliste. Zum Liveblog zum Krieg in Nahost

  • MEINUNG Das iranische Regime ist nicht stabil, also ist es aggressiv

Schon wieder setzt sich ein linker Kandidat bei den US-Demokraten durch. Nach einem Wahlkrimi gewinnt der Progressive El-Sayed in Michigan die Vorwahl zum Senat gegen die Vertreterin des demokratischen Partei-Establishments. Das liegt auch am Thema Israel. Zum Artikel

Fifa-Spitze demonstriert Einigkeit nach Krisenrunde. Nach heftiger Kritik an den Investorenplänen stellt sich die Fifa-Spitze hinter Gianni Infantino. Derweil sorgt ein neuer Bericht für Wirbel: Der Chef des Weltverbandes soll Marokko das Finale der Fußball-WM 2030 für eine Gegenleistung versprochen haben. Die Fifa dementiert. Zum Artikel

EXKLUSIV Beitragsgelder verzockt: Gutachten sollten riskante Krankenkassen-Deals rechtfertigen. Recherchen von SZ, NDR und WDR decken weitere Millionenverluste bei Krankenkassen und Kassenärztlichen Vereinigungen auf. Sie werfen zudem eine Frage auf: Haben sie sich von Gutachten beeinflussen lassen? Zum Artikel

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Customcells: Batterie-Lieferkette ohne China. Deutschland ist bei Lithium-Ionen-Batterien fast völlig von Asien abhängig. Eine der wenigen Ausnahmen ist der Akkuhersteller Customcells: Der Resilienz-Vorreiter aus Itzehoe entwickelt und produziert Spezialbatterien mit Materialien und Teilen von sicheren Lieferanten. Zum Briefing

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