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Ermittlungen in Dallas:Heckenschütze vermutlich Einzeltäter

Law enforcement officials investigate the crime scene of Dallas p

Ermittler am Tatort in Dallas

(Foto: dpa)
  • US-Behörden vermuten, dass der Heckenschütze von Dallas ein Einzeltäter war.
  • In der Wohnung des 25-Jährigen fanden die Ermittler ein ganzes Waffenarsenal.
  • US-Präsident Obama verkürzt wegen der Angriffe in Dallas seine Europareise.

Nach den tödlichen Schüssen auf fünf Polizisten in Dallas konzentrieren sich die Ermittler auf die Frage, ob der 25 Jahre alte Schütze Micah Johnson Komplizen hatte. "Wenn es sie gibt, werden wir sie finden, und sie werden Gerechtigkeit erfahren", sagte der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, in der Nacht auf Samstag.

Die Behörden vermuten inzwischen, dass Johnson ein Einzeltäter war. Heimatschutzminister Jeh Johnson sagte in New York: "In diesem Stadium scheint es, dass er ein Einzeltäter war, ohne eine bekannte Verbindung oder Inspiration durch irgendeine internationale terroristische Gruppe."

Die Polizei hatte zunächst von mehreren Tätern gesprochen. Unklar blieb, was es mit drei Festgenommenen auf sich hat, von denen die Polizei in der Nacht gesprochen hatte.

Bei einer friedlichen Demonstration gegen Polizeigewalt gegen Schwarze waren am Donnerstagabend in Dallas fünf Polizisten durch gezielte Schüsse getötet sowie mindestens sieben Polizisten und zwei Zivilisten verletzt worden.

Nach einem mehrstündigen Feuergefecht und erfolglosen Verhandlungen war der Angreifer in Dallas am Freitag mit Hilfe eines Roboters getötet worden, an dem ein Sprengsatz angebracht war. Bürgermeister Mike Rawlings bestätigte am Abend den Einsatz von C4-Sprengstoff. Der Mann habe zuvor gesagt, er habe alleine gehandelt und sei kein Mitglied einer Gruppe, sagte Dallas' Polizeichef David Brown weiter.

Waffenarsenal in der Wohnung des Täters

In der Wohnung des Schützen fand die Polizei nach eigenen Angaben jede Menge Waffen und paramilitärisches Material, auch zum Bombenbau, sowie Schutzwesten, Munition, Gewehre und ein Handbuch für den bewaffneten Kampf.

Außerdem seien afro-nationalistische Schriften aufgetaucht. Das könnte ein mögliches Motiv belegen, wonach der Täter aus Hass auf weiße Polizisten handelte. Johnson ist Afroamerikaner.

Johnson hat laut Polizei keine kriminelle Vergangenheit. Er sei Afghanistan-Veteran und als Einzelgänger beschrieben worden. Mehr als 200 Polizisten seien befragt worden.

Obama verkürzt Europareise

Als Reaktion auf den tödlichsten Tag für die Polizei in den USA seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 verkürzt US-Präsident Barack Obama seine Europareise um einen Tag. Das Weiße Haus teilte mit, Obama werde zwar wie geplant am Samstag vom Nato-Gipfel in Warschau nach Madrid weiterreisen, seinen Aufenthalt in Spanien aber verkürzen.

Er wolle bereits am am Sonntag zurück in die USA fliegen, um dann zu Wochenbeginn nach Dallas zu reisen. Das Thema ethnischer Spannungen und einer neuen Gemeinsamkeit von Polizei und Kommunen in den USA werde außerdem Obamas gesamte Woche bestimmen.

Tausende US-Bürger protestieren gegen Rassismus in der Polizei

In mehreren US-Städten haben am Freitagabend erneut Tausende Menschen gegen Rassismus in der Polizei demonstriert. Die Kundgebungen, unter anderem in New York, Atlanta und Philadelphia, verliefen Medienberichten zufolge überwiegend friedlich. Die Menschen protestierten gegen die tödlichen Polizeischüsse auf zwei Schwarze in Minnesota und Louisiana in dieser Woche. Bei der offenbar größten Demonstration in Atlanta forderten die Teilnehmer Gerechtigkeit.

© SZ.de/AFP/dpa/gal

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