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Ermittlungen im Fall Wulff:Staatsanwaltschaft durchsucht Räume von Wulff-Freund Groenewold

Die Staatsanwaltschaft Hannover hat die Privatwohnung und mehrere Büroräume von David Groenewold durchsuchen lassen. Der Filmunternehmer und Wulff-Vertraute soll dem ehemaligen Bundespräsidenten mehrere Urlaube bezahlt haben.

Im Zuge der Ermittlungen gegen den früheren Bundespräsidenten Christian Wulff hat die Staatsanwaltschaft Hannover die Wohnung und mehrere Büroräume des Filmproduzenten David Groenewold durchsucht. "Wir bestätigen hiermit, dass gestern eine einvernehmlich mit der Staatsanwaltschaft Hannover vereinbarte Durchsuchung der Wohn- und Geschäftsräume unseres Mandanten stattfand", teilte Groenewolds Anwaltskanzlei mit. Die Ermittler stellten nach Informationen der Bild-Zeitung umfangreiches Daten- und Aktenmaterial sicher.

David Groenewold

Filmunternehmer David Groenewold soll bei mehreren Gelegenheiten Hotelaufenthalte des damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Wulff (CDU) bezahlt haben.

(Foto: dpa)

Die Staatsanwaltschaft in Hannover wollte die Durchsuchung zunächst nicht kommentieren. Auch zu möglicherweise geplanten Durchsuchungen bei Wulff drang nichts nach außen. Groenewold selbst will sich nach Aussage seiner Kanzlei aus Rücksicht auf die Arbeit der Ermittlungsbehörden nicht zu dem laufenden Verfahren äußern.

Vor zwei Wochen hatte die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen Wulff und Groenewold wegen möglicher Vorteilsannahme und Vorteilsgewährung eingeleitet. Der Hintergrund: Filmfinanzier Groenewold hatte bei mehreren Gelegenheiten Hotelaufenthalte des damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Wulff (CDU) bezahlt. Wulff will das Geld für zwei Ferienaufenthalte auf Sylt aber in bar beglichen haben.

Das Ermittlungsverfahren steht nach Medienberichten im Zusammenhang mit der Tatsache, dass das Land Niedersachsen in der Vergangenheit Bürgschaften für Filmfonds von Groenewold übernommen hatte. Die geplanten Projekte wurden aber nicht realisiert, und es entstand dem Land nach Angaben von Finanzminister Hartmut Möllring (CDU) auch kein finanzieller Schaden.

Mit ihrer Ankündigung, sie wolle Wulffs Immunität für förmliche Ermittlungen aufheben lassen, hatte die Staatsanwaltschaft Mitte Februar den Rücktritt Wulffs vom Amt des Bundespräsidenten ausgelöst.

Niedersächsische Staatskanzlei übergibt Akten

In den niedersächsischen Ministerien wird unterdessen weiter nach Unterlagen gesucht, die für die Staatsanwaltschaft von Bedeutung sein könnten. Erste Akten aus der Staatskanzlei wurden bereits übergeben. "Insgesamt wurden rund 450 Seiten aus unserem Haus abgegeben", sagte ein Sprecher von Ministerpräsident David McAllister (CDU). Dies sei aber nur ein Teilvollzug.

Im Zentrum der Suche stehen demnach Unterlagen zum Verhältnis zwischen Wulff und Groenewold, aber auch Akten zum Verhältnis zwischen Groenewold und dem früheren Sprecher Wulffs, Olaf Glaeseker.

© Süddeutsche.de/dpa/dapd/feko/hai

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