Ermittlungen gegen Trump:Anwalt Sekulow redet sich bei Fox News um Kopf und Kragen

Das hätten sie besser gelassen. Schon einfachste Nachfragen bringen ihn in größte Not. Erst spricht er auf NBC. Sekulow lehnt sich weit aus dem Fenster: "Gegen den Präsidenten wird nicht ermittelt." Auf CNN sagt er dann, der Bericht der Washington Post sei ein "fake report".

Ausgerechnet auf Trumps-Lieblingssender Fox News aber bricht es ihm das Genick. Moderator Chris Wallace ist einer der wenigen kritischen Geister, die es auf dem rechtslastigen Sender noch gibt. Der lässt sich so schnell nichts vormachen.

Es habe sich nichts geändert, gegen Trump werde nicht ermittelt, beharrt Sekulow. Wallace fragt nach: "Nun, sie können aber nicht wissen, dass nicht gegen ihn ermittelt wird, oder?" Sekulow wirkt kleinlaut: "Wir wurden nicht über eine Ermittlung unterrichtet." Das bedeutet allerdings wenig: In den USA kann die ermittelnde Behörde die Zielperson über Ermittlungen unterrichten - sie muss es aber nicht.

Im weiteren Verlauf redet sich Sekulow um Kopf und Kragen. Als es um Trumps irreführenden Tweet geht, versucht Sekulow eine Erklärung: Trump habe Comey gefeuert, wie es ihm empfohlen worden sei, sagt Sekulow. "Und jetzt ermittelt das Justizministerium gegen ihn", weil der Sonderermittler dem Justizministerium unterstehe.

Wallace hakt nach: "Sie haben jetzt gerade gesagt, dass gegen Trump ermittelt wird, nach dem sie vorher gesagt haben, gegen ihn werde nicht ermittelt."

Sekulow: "Nein."

Wallace: "Aber sie haben doch gerade gesagt, es werde ..."

Sekulow: "Nein, gegen ihn wird nicht ermittelt!"

Wallace: "Sie haben gerade gesagt, gegen ihn wird ermittelt."

Sekulow: "Nein, Chris, ich habe gesagt, dass die - immer ... lassen Sie es mich glasklar sagen, damit Sie es vollständig verstehen: Wir haben keinen Hinweis, dass gegen Trump ermittelt wird. Punkt."

Später geht Sekulow wieder zurück auf seine Ausgangsposition: "Ich habe glasklar gesagt, dass gegen den Präsidenten weder ermittelt wird noch ermittelt wurde. Ich glaube, ich kann das nicht klarer sagen."

Wallace: "Nun, Sie wissen nicht, ob gegen ihn ermittelt wird, Sir."

Sekulow: "Wissen Sie, ich kann nicht Gedanken lesen ... Sie haben Recht, Chris, ich kann nicht die Gedanken des Sonderermittlers lesen."

Wird nun also gegen Trump ermittelt oder nicht? Die Washington Post hat daran keinen Zweifel: Trump habe zugegeben, dass gegen ihn wegen Behinderung der Justiz ermittelt werde. "Wir stehen zu unserer Story, die Präsident Trump am Freitag in einem Tweet bestätigt hat", heißt es in einer Erklärung der Zeitung.

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