Den 8. November 2022 wird Bülent Keneş wohl nie vergessen. Genauer gesagt diesen Moment am frühen Abend, als er plötzlich aus seiner dämmrigen Stockholmer Küche ins gleißende Rampenlicht der Weltöffentlichkeit gezerrt wurde: Keneş saß mit seiner Frau und dem gemeinsamen Sohn beim Essen. Das Handy hatte er mit an den Esstisch genommen. "Blöde Journalistenangewohnheit", sagt er lachend, als er der SZ am Telefon davon erzählt. Er wollte auf keinen Fall die Pressekonferenz verpassen, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hatte sich gerade in Ankara mit Ulf Kristersson getroffen, um über den schwedischen Nato-Beitritt zu sprechen.
Nato-BeitrittDer Mann, den Erdoğan unbedingt ausgeliefert haben will
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Bülent Keneş ist Journalist im schwedischen Exil. Und, glaubt man den Worten des türkischen Präsidenten, der Grund, warum Schweden bisher nicht der Nato beitreten darf.
Von Alex Rühle
