Epstein-FilesStarmers Stabschef tritt zurück

Morgan McSweeny übernimmt die Verantwortung dafür, Premier Starmer den schwer in der Kritik stehenden Mandelson für den Botschafter-Posten vorgeschlagen zu haben.
Morgan McSweeny übernimmt die Verantwortung dafür, Premier Starmer den schwer in der Kritik stehenden Mandelson für den Botschafter-Posten vorgeschlagen zu haben. Leon Neal/Getty Images

Die Regierung in London steht unter Druck: Ein Ex-Minister soll enge Kontakte zu Epstein gehabt haben und wurde dennoch Botschafter in den USA. Nun folgt der erste Rücktritt.

In der Affäre um die Epstein-Kontakte eines früheren britischen Ministers hat der Stabschef von Premierminister Keir Starmer seinen Rücktritt erklärt. In einem Statement von Morgan McSweeney, das die BBC veröffentlichte, heißt es, er habe dem Premierminister zur Ernennung von Ex-Minister Peter Mandelson als Botschafter in den USA geraten und „übernehme die volle Verantwortung dafür“. Weiter schreibt der Starmer-Vertraute: „Die Entscheidung, Peter Mandelson zu ernennen, war falsch.“ Mandelson habe der Labour-Partei, dem Land und dem Vertrauen in die Politik geschadet.

Der frühere britische Wirtschaftsminister Mandelson soll engen Kontakt zu dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein gehabt und unter anderem während der Finanz- und Wirtschaftskrise sensible Informationen an den US-Geschäftsmann weitergegeben haben. Die britische Polizei ermittelt gegen Mandelson, der erst vor rund einem Jahr zum Botschafter in den USA ernannt worden war. Die Vorwürfe des möglichen Amtsmissbrauchs weist er zurück.

Den Botschafter-Posten verlor Mandelson wegen des Epstein-Skandals bereits im vergangenen Jahr, zuletzt trat er auch aus der Regierungspartei Labour aus und gab seinen Sitz im Oberhaus des Parlamentes ab.

Auch Premierminister Keir Starmer steht in der Sache unter Druck. In den vergangenen Tagen waren Rufe nach dem Rücktritt Starmers laut geworden. Starmer beteuert jedoch bisher, von den Verbindungen von Mandelson zu Epstein nichts gewusst zu haben. Am Mittwoch wollen die Oppositionsparteien im britischen Parlament mit einem Antrag erzwingen, die Kommunikation zwischen dem britischen Premier und Mendelson öffentlich zu machen.

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