Entscheidung in Karlsruhe:"Mykonos"-Attentäter Darabi kommt frei

Der in Deutschland zu lebenslanger Haft verurteilte Attentäter Kasem Darabi kommt frei. Er gilt als Drahtzieher des aus Iran gesteuerten Anschlags auf das Restaurant "Mykonos" 1992 in Berlin.

Wie der Oberstaatsanwalt beim Bundesgerichtshof, Frank Wallenta, am Donnerstag in Karlsruhe mitteilte, wurde entschieden, im Fall Darabi von der weiteren Vollstreckung der Haft abzusehen.

Darabi, der als Drahtzieher des aus Iran gesteuerten Anschlags auf das Restaurant "Mykonos" 1992 in Berlin verurteilt worden war, könnte demnach im Dezember freigelassen werden. Voraussetzung sei, dass der Verurteilte aus Deutschland ausgewiesen werde. Gleiches soll für den Libanesen Abbas Rhayel gelten, der als Komplize Darabis verurteilt worden war.

"Voraussetzungen liegen vor"

Als Begründung für die Entlassung gab die Justiz in einer Erklärung an: "Nachdem die Verurteilten mehr als 15 Jahre ihrer Strafe verbüßt haben, liegen die Voraussetzungen für eine solche Verfahrensweise vor." Iran hatte sich seit langem um eine Freilassung von Darabi bemüht.

Auch bei den Gesprächen über eine vorzeitige Freilassung des deutschen Anglers Donald Klein, der in Iran im Gefängnis saß, war wiederholt auf den Fall Darabi verwiesen worden.

Bei dem Anschlag auf das Restaurant "Mykonos" in Berlin waren 1992 vier iranisch-kurdische Oppositionelle getötet worden. In dem Verfahren mussten sich von Oktober 1993 an der Iraner Darabi und vier Libanesen wegen vierfachen Mordes und Beihilfe dazu verantworten.

Dabei war erstmals auch der iranische Staat als Auftraggeber eines Anschlages klar benannt worden. Daraufhin war es zu ernsten diplomatischen Verstimmungen zwischen Deutschland und Iran gekommen.

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