Video der Terrormiliz Frankreich identifiziert zweiten IS-Kämpfer

Kampfname Abou Othman: Ein weiterer Franzose soll in dem jüngsten IS-Propagandavideo zu sehen sein.

(Foto: AFP)
  • Die französischen Behörden identifizieren einen zweiten Franzosen aus dem am Sonntag veröffentlichten IS-Enthauptungsvideo.
  • 2013 konnten in Hessen offenbar zwei mutmaßliche Salafisten den Behörden entwischen, obwohl beide eine elektronische Fußfessel trugen.
  • Einer der beiden Geflüchteten ist mittlerweile in einer Psychiatrie untergebracht, der andere könnte sich dem IS in Syrien angeschlossen haben.

Frankreich identifiziert zweiten Franzosen aus IS-Video

Die französischen Behörden haben in dem jüngsten Enthauptungsvideo der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) einen zweiten Franzosen identifiziert. Es handle sich um einen 22-jährigen Konvertiten aus dem Großraum Paris, der den Kampfnamen Abou Othman trage, verlautete aus informierten Kreisen.

Geboren wurde er demnach in der Gemeinde Champigny-sur-Marne östlich von Paris. Sein Name tauchte im Herbst 2013 in Verbindung mit Ermittlungen zu einem dschihadistischen Netzwerk in Frankreich auf. Kurz zuvor war er nach Syrien gereist.

Video zeigt die Ermordung syrischer Soldaten und eines Amerikaners

Der IS hatte in dem am Sonntag veröffentlichten Video die Ermordung eines US-amerikanischen Entwicklungshelfers. Außerdem zeigten die Aufnahmen die Tötung von syrischen Soldaten. Am Montag bestätigte der Pariser Staatsanwalt François Molins, dass auf dem Video der französische Dschihadist Maxime H. zu sehen ist, der aus der nordfranzösischen Normandie stammt und im August 2013 nach Syrien gereist war.

Molins sagte dabei auch, auf dem Video sei womöglich ein zweiter Franzose zu sehen, was aber noch geprüft werde. Er sprach von einem ebenfalls 22-jährigen Konvertiten, der im August 2013 nach Syrien gereist sei. Die Staatsanwaltschaft erklärte am Mittwoch, es werde "stark vermutet", dass tatsächlich dieser Konvertit auf dem Video zu sehen ist.

Aus Frankreich kommen die meisten ausländischen IS-Kämpfer aus europäischen Staaten in Syrien und im Irak. Derzeit sollen sich rund 375 französische Dschihadisten in beiden Ländern aufhalten. Insgesamt sollen sich rund 3000 Europäer der islamistischen Miliz angeschlossen haben. Viele der ausländischen Kämpfer gelten als besonders brutal.

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Mutmaßliche Salafisten entwischen in Hessen

In Hessen sind vergangenes Jahr zwei mutmaßliche Salafisten trotz elektronischer Fußfesseln den Behörden entwischt. Einer von ihnen sei inzwischen wieder in Gewahrsam, der andere möglicherweise beim IS in Syrien, berichtet der Hessische Rundfunk.

Sprecher des Innen- und Justizministeriums bestätigten, dass es im Jahr 2013 zwei Fluchtversuche gab. Über den religiösen Hintergrund der Männer gab es bei den Ministerien keine Auskünfte. Die Männer hätten die Fußfesseln aber nicht wegen möglicher salafistischer Aktivitäten tragen müssen. Eine der beiden Personen befinde sich mittlerweile in der Psychiatrie, der Aufenthaltsort der anderen sei unbekannt.

Erst im Oktober war bekanntgeworden, dass in diesem Jahr ein radikaler Islamist aus Offenbach trotz Fußfessel in Richtung Syrien ausreisen konnte. Bei den beiden Fällen im vergangenen Jahr hätten die Straftäter - wie in dem Offenbacher Fall - eine kleine elektronische Fußfessel getragen, die keine GPS-Überwachung gewährleiste, sondern nur regele, wann ein mutmaßlicher Täter zu Hause sein müsse.