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Entführung vereitelt:US-Justiz klagt iranische Geheimdienstler an

Die Menschenrechtsaktivistin Masih Alinejad sollte nach Iran verschleppt werden.

(Foto: PRESLEY ANN/AFP)

Die Agenten sollen die Entführung der Menschenrechtsaktivistin Masih Alinejad aus New York geplant haben. Auch eine Person in der EU war mutmaßlich im Visier der Iraner.

Die Staatsanwaltschaft in New York hat vier Agenten oder Informanten eines iranischen Geheimdienstes wegen der geplanten Entführung einer US-Menschenrechtsaktivistin angeklagt. Sie wollten die im Stadtteil Brooklyn lebende iranischstämmige Amerikanerin entführen und in den Iran verschleppen, wo ihr als Kritikerin des iranischen Regimes Strafverfolgung gedroht hätte, wie das Justizministerium am Dienstag (Ortszeit) erklärte. Zudem hätten sie geplant, weitere Personen aus den USA, Frankreich und den Vereinigten Arabischen Emiraten zu entführen.

Die vier Verdächtigen befänden sich in Iran, hieß es weiter. Einer fünften Person, die in Kalifornien lebt, wird vorgeworfen, bei der Finanzierung des Vorhabens geholfen zu haben. Die Bundespolizei FBI habe den Plan rechtzeitig durchkreuzt, hieß es. Es sei das Recht von US-Bürgern, von der Meinungsfreiheit Gebrauch zu machen und sich für Menschenrechte einzusetzen - ohne sich dabei vor ausländischen Geheimdiensten fürchten zu müssen, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Das Justizministerium nannte die Person, die entführt werden sollte, nicht namentlich. Wie Medien bereits spekuliert hatten, handelt es sich dabei um die Autorin und Aktivistin Masih Alinejad. Alinejad setzt sich seit Jahren unter anderem gegen die gewaltsame Unterdrückung von Frauen in der iranischen Gesellschaft ein. Die in New York lebende Menschenrechtlerin bedankte sich auf ihrem verifizierten Twitter-Account beim FBI, das die Pläne des iranischen Geheimdienstes offenbar vereitelt hatte. Sie machte zudem die iranische Führung unter dem scheidenden Präsidenten Hassan Rhani dafür und für die Entführung weiterer Regimekritiker verantwortlich.

© SZ/dpa/Bloomberg/pwe
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