Entführung in Nigeria:Boko Haram will Schülerinnen angeblich freilassen

  • Die nigerianische Regierung und Boko Haram haben sich offenbar auf eine Waffenruhe geeinigt. Außerdem will die Islamistengruppe 219 entführte Mädchen freilassen.
  • Die Mädchen befinden sich seit einem halben Jahr in der Gewalt der Entführer. Die Islamisten kämpfen für einen eigenen Staat im muslimischen Norden Nigerias.

Waffenruhe und Freilassung von 219 Mädchen

Die Islamistengruppe Boko Haram hat nach Angaben der nigerianischen Führung eine Waffenruhe und die Freilassung der vor einem halben Jahr entführten Schülerinnen zugesagt.

Zwischen der nigerianischen Regierung und Boko Haram sei eine Waffenruhe vereinbart worden, sagte der nigerianische Generalstabschef Alex Badeh. Ein enger Mitarbeiter von Präsident Goodluck Jonathan sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Vereinbarung sehe auch die Freilassung der 219 Mädchen vor. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet ähnlich und beruft sich auf einen Insider.

Eltern kritisierten Regierung

Boko Haram hatte am 14. April eine Schule im nigerianischen Chibok überfallen und 276 Mädchen verschleppt. Einige konnten fliehen, von den anderen fehlte bislang jede Spur. Die Massenentführung der Mädchen hatte weltweit Bestürzung ausgelöst. Ihre Eltern warfen der Regierung vor, sich nicht ernsthaft für die Freilassung ihrer Kinder einzusetzen. Präsident Jonathan hatte sich erst hundert Tage nach der Verschleppung zum ersten Mal mit den Angehörigen getroffen.

Boko Haram kämpft seit Jahren mit Gewalt für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Seit 2009 tötete die Gruppe bei Anschlägen und Angriffen auf Polizei, Armee, Kirchen und Schulen mehr als 10 000 Menschen.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Abo kündigen
  • Kontakt und Impressum
  • AGB