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Entführung auf Golan-Höhen:Sicherheitsrat fordert Freilassung der UN-Beobachter

Auf einer Sondersitzung hat der Sicherheitsrat der Vereinten Nationan die Verschleppung der philippinischen UN-Beobachter auf den Golan-Höhen scharf verurteilt. Die Regierung in Manila verhandelt derzeit mit den syrischen Rebellen, die die 21 Soldaten entführt haben.

Der UN-Sicherheitsrat hat bei einer kurzfristig einberufenen Sondersitzung die sofortige Freilassung von 21 philippinischen Blauhelmsoldaten gefordert. Zugleich verurteilte das höchste Gremium der Vereinten Nationen die Verschleppung der Beobachter durch eine syrische Rebellengruppe auf den Golan-Höhen auf das Schärfste.

Die UN-Soldaten seien während ihres regulären Einsatzes von etwa 30 Aufständischen an der Grenze zum israelisch kontrollierten Gebiet gestoppt worden, teilten die UN weiter mit. Die internationale Organisation habe deshalb Truppen in die Zone entsandt, um die Situation zu klären. Generalsekretär Ban Ki Moon erklärte, die Sicherheit der UN-Mitarbeiter müsse von allen Beteiligten gewährleistet werden.

Auch die philippinische Regierung in Manila forderte die Freilassung ihrer Soldaten. Die 21 Soldaten gehören zu einem etwa 300 Mann starken philippinischen Kontingent der Mission unter dem Namen United Nations Disengagement Observer Force (Undof).

Dem Außenministerium zufolge laufen Verhandlungen mit den Geiselnehmern. Die Verschleppten seien wohlauf, die Rebellen gingen gut mit den Geiseln um, sagte ein Sprecher der philippinischen Armee: "Sie werden als Gäste behandelt, nicht als Feinde", betonte er. Es bestehe die Hoffnung, dass die Soldaten bald freikämen.

Video auf Youtube zeigt Geiselnahme

Die UN bestätigten sp außerdem ein auf Youtube verbreitetes Video, das zeigt, wie Rebellen einen Konvoi unter ihre Kontrolle bringen. Die Aufständischen fordern darin, dass sich die Streitkräfte des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad aus einem Dorf in der Nähe der Golan-Höhen zurückziehen sollten.

Die Geiselnahme, die ohne Kämpfe abgelaufen sei, habe in der Grenzzone der syrischen Provinz Daraa zu den Golan-Höhen stattgefunden, sagte der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin nach der Sondersitzung. "Das ist eine Gegend, die weder von Syrien noch von Israel wirklich kontrolliert wird, quasi Niemandsland." Die Rebellen hätten auch die Fahrzeuge der Blauhelmsoldaten in ihre Gewalt gebracht.

Die UN-Beobachter wurden bereits 1974 von den Vereinten Nationen auf die Golan-Höhen entsandt. Die Undof-Mission ist eine der am längsten andauernden Missionen der UN. Ihre Aufgabe ist die Überwachung des Gebiets, das zwischen den von Israel im Sechs-Tage-Krieg von 1967 besetzten Golan-Höhen und dem syrischen Staatsgebiet liegt. In dieser Zone sind keine Streitkräfte außer der Undof erlaubt. In den vergangenen Wochen waren allerdings mehrfach Geschosse aus Syrien auf den Golan-Höhen eingeschlagen.