BundesrepublikEntfremdung zwischen Ost und West

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Wie steht es um die deutsche Einheit? Das Deutsch-Deutsche Museum Mödlareuth erzählt die Geschichte von Teilung und Zusammengehörigkeit.
Wie steht es um die deutsche Einheit? Das Deutsch-Deutsche Museum Mödlareuth erzählt die Geschichte von Teilung und Zusammengehörigkeit. Bodo Schackow/dpa
  • 35 Jahre nach der Deutschen Einheit sehen nur noch 35 Prozent der Befragten Ost- und Westdeutschland als zusammengewachsen an.
  • Für 61 Prozent überwiegt das Trennende, wobei in Ostdeutschland sogar 75 Prozent diese Ansicht teilen.
  • Das Zusammengehörigkeitsgefühl ist seit 2019 kontinuierlich gesunken, nachdem es von 2004 bis 2019 noch gestiegen war.
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35 Jahre nach der Wiedervereinigung schwindet das Verbundenheitsgefühl: Nur noch ein Drittel der Menschen sieht Ost und West zusammengewachsen.

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35 Jahre nach der Deutschen Wiedervereinigung zeigt eine Forsa-Umfrage eine wachsende Entfremdung zwischen Ost und West. So sagten nur noch 35 Prozent der gut 1000 Befragten, Ost- und Westdeutschland seien mittlerweile weitgehend zu einem Volk zusammengewachsen. Für 61 Prozent überwiegt eher das Trennende – in Ostdeutschland sagen das sogar 75 Prozent. Die Umfrage hat die Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur vor dem Jahrestag der Vereinigung vom 3. Oktober 1990 in Auftrag gegeben. Forsa stellt dieselbe Frage seit 2003.

Das Trennende wird besonders in der Generation 60 plus gesehen

Die Entwicklung zeigt: Von 2004 bis 2019 stieg die Zahl jener, die sagten, Ost und West seien zusammengewachsen, von 28 auf 51 Prozent. Seither geht es mit dem Gemeinschaftsgefühl wieder abwärts. 2020 waren es 47 Prozent, 2023 nur noch 37 Prozent und nun noch einmal zwei Punkte weniger. Im Osten liegt der Anteil 2025 nur noch bei 23 Prozent, im Westen bei 37 Prozent. In der Generation 60 plus äußern besonders viele Menschen Zweifel: Bundesweit sagen 25 Prozent in dieser Altersgruppe, das Zusammenwachsen sei gelungen, 70 Prozent sehen überwiegend das Trennende. Deutlich anders ist die Sicht bei Jungen: In der Altersgruppe 14 bis 29 sagen 47 Prozent, Ost und West seien weitgehend zu einem Volk zusammengewachsen, 52 Prozent sehen das nicht.

Einigkeit herrscht in der Umfrage dabei, dass es wichtig oder sehr wichtig sei, sich weiter mit der Zeit der DDR und der SED-Diktatur zu beschäftigen. Das sagten 85 Prozent, 14 Prozent finden das weniger wichtig oder unwichtig. „Die Ergebnisse zeigen, wie fragil das Empfinden der Einheit ist – und zugleich, dass die gemeinsame Erinnerungskultur das stärkste Band unserer Gesellschaft bildet“, sagte Anna Kaminsky, Direktorin der Bundesstiftung Aufarbeitung. „Wenn das Gefühl des Zusammenwachsens nachlässt, gewinnt die gemeinsame historische Auseinandersetzung an Bedeutung.“

Befragt wurden nach Angaben von Forsa zwischen dem 8. und 11. September 1004 Personen ab 14 Jahren. Die Fehlertoleranz liegt bei plus oder minus drei Prozentpunkten.

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