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Energieversorgung:Russland und Ukraine einigen sich auf neuen Gastransitvertrag

Russland und Ukraine verhandeln weiter über Gastransit

Ein Arbeiter an einer Gasleitung in der Ukraine.

(Foto: dpa)
  • Der Vertrag, auf den sich Russland und die Ukraine geeinigt haben, soll für fünf Jahre gelten.
  • Dadurch soll weiterhin russisches Gas durch die Ukraine nach Europa gepumpt werden.
  • Mit anderen Leitungen, Stichwort Nord Stream, will Russland die Ukraine bei Gaslieferungen zu umgehen. Die USA sehen das kritisch.

Unter Vermittlung der EU haben sich Russland und die Ukraine auf einen neuen Gastransitvertrag zur Versorgung Europas geeinigt. Der Vertrag gelte für die kommenden fünf Jahre, meldete die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf den Gasmonopolisten Gazprom am Samstag.

Die Transitmengen fallen demnach deutlich geringer aus als in der Vergangenheit. Die Ukraine hätte gern eine möglichst große Transitmenge gehabt, weil das für das finanzschwache Land mehr Einnahmen aus den Durchleitungsgebühren bedeutet hätte. Statt der bisher rund 90 Milliarden Kubikmeter im Jahr, sollen 2020 nur 65 Milliarden russisches Gas durch die Ukraine nach Europa gepumpt werden. Von 2021 bis 2024 seien 40 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr für den Transit geplant.

Die Zeit drängte

Unter Vermittlung der EU-Kommission und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatten Kiew und Moskau in Berlin am Donnerstag eine Grundsatzeinigung erzielt. Die Verhandlungen über die Details eines neuen Vertrags gingen aber am Freitag weiter. Ziel der Ukraine war es auch gewesen, einen neuen Zehn-Jahres-Vertrag abzuschließen. Der aktuelle läuft Ende dieses Jahres aus. Deshalb drängte die Zeit.

Russland nutzt unter Umgehung des lange Zeit wichtigsten Transitlandes Ukraine alternative Leitungen wie die Ostseepipeline Nord Stream 1. Nord Stream 2 soll 2020 fertig werden, steht aber aktuell unter Sanktionsdruck der USA. Am 8. Januar wird Kremlchef Wladimir Putin in der Türkei mit seinem Kollegen Erdoğan die neue Leitung Turkish Stream in Betrieb nehmen. Von dort aus soll künftig die Südflanke Europas mit Gas versorgt werden.

© SZ.de/dpa/bepe
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