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Energiereise der Kanzlerin:Merkel, wie sie lernt und staunt

Die Umfragewerte der Kanzlerin sind im Keller; der Streit um die Atomkraftwerke verbessert ihr Image kaum. Eine Reise zu alternativen Energieerzeugern sollte helfen - die Stationen in Bildern.

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Quelle: AFP

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Die Umfragewerte der Kanzlerin sind im Keller; der Streit um die Atomkraftwerke verbessert ihr Image kaum. Eine Reise zu alternativen Energieerzeugern sollte helfen - die Stationen in Bildern.

Die einst so beliebte Klimakanzlerin versucht, ihr Image aufzupolieren. Dafür reiste sie quer durch Deutschland und posierte vielerorts als interessierte Lernende vor Windparks und Atomkraftwerken - obwohl sie als Physikerin eigentlich keiner Erklärungen bedarf. Vor allem die alternativen Energieerzeuger standen im Mittelpunkt - denn die Reise sollte verdeutlichen, dass es die Regierung ernst meint mit ihrem Ziel, den Anteil erneuerbarer Energien bei der Stromversorgung zu steigern. Bis 2020 sollen mindestens 30 Prozent des Energiebedarfs mit alternativer Energie produziert werden.

Der Hoffnungsträger Windkraft machte deshalb am Mittwoch vergangener Woche den Anfang: Angela Merkel besuchte den Windpark Ravensberg-Krempin bei Bad Doberan in Mecklenburg-Vorpommern.

Merkel besucht Bürgerwindpark

Quelle: dpa

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Gut für die Imagepflege: Kinder und Windenergie auf einem Bild. Im Windpark überreichten ihr Kinder ein Windrad in Miniatur. Begleitet wurde Merkel dort vom Ministerpräsidenten Mecklenburg-Vorpommerns, Erwin Sellering (rechts).

Mit Blick auf das für September geplante umfassende Energiekonzept der Koalition informierte sich die Physikern Merkel auf ihrer Reise, die sie an acht Orte führte, über die wichtigsten Arten der Energiegewinnung von der Atomkraft bis zur Biomasse.

Bundeskanzlerin Angela Merkel auf Energiereise

Quelle: ddp

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Von den Windrädern zu ihrem Hersteller: Bei ihrer zweiten Station ließ sich Merkel durch die Fertigungshallen des Rostocker Windanlagenbauer Nordex führen. An ihrer Seite weiterhin...

Bundeskanzlerin Angela Merkel auf Energiereise

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... der Minsterpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, Erwin Sellerin (rechts). Ganz im Sinne der "Lernreise" wurde bei der Führung betastet und bestaunt.

Merkel besucht Stromboerse in Leipzig

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Auch in Leipzig war sie ganz die aufmerksam Lernende: In der Strombörse führte Leipzigs Oberbügermeister Burkhard Jung (links) die Bundeskanzlerin in die Tiefen des Wissens über Stromdaten ein. Im Hintergrund: Bundesumweltminister Norbert Röttgen (hinten links), Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (Mitte) und der Geschäftsführer der Strombörse European Energy Exchange, Oliver Maibaum.

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Quelle: APN

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Im niedersächsischen Lingen traf die Kanzlerin auf mehr als nur Schaulustige: Vor dem Atomkraftwerk Emsland pokerte eine übergroße Puppe von Merkel mit den durch Skelette dargestellten Chefs der großen Stromkonzerne.

Pünktlich zum Kanzlerinnen-Besuch hatten sich vor dem Atomkraftwerk mehrere Hundert Menschen versammelt, um gegen die Atompolitik der Bundesregierung zu demonstrieren.

Merkel Tours Energy Production Sites

Quelle: Getty Images

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Davon ließ sich Merkel aber nicht beirren - und genauso wenig von den beiden Energiebossen Jürgen Großmann (Vorstandsvorsitzender des Energiekonzerns RWE, links) und Johannes Teyssen (Eon-Chef), die über die geplanten Mehrbelastungen der Energiekonzerne durch die Brennelementesteuer wenig begeistert sind.

"Wir haben ein kurzes Gespräch geführt, darüber, dass wir weiter sprechen werden", sagt Merkel nach dem Treffen. "Wir haben hier natürlich keine Verhandlungen geführt."

Bundeskanzlerin Angela Merkel besucht das Trianel-Steinkohlekraftwerk in Luenen

Quelle: ddp

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Nicht weniger umstritten sind Kohlekraftwerke - die Bundesregierung hält sie aber weiterhin für wichtige Energieliferanten und stetzt dabei auf moderne Anlagen wie das Steinkohlekraftwerk im nordrhein-westfälischen Lünen. Es befindet sich noch im Bau und soll ab 2012 mit einer Leistung von 750 Megawatt Strom liefern.

Merkel setzt 'Energie-Reise' fort  - Lünen

Quelle: dpa

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Zusammen mit  Bundesumweltminister Norbert Röttgen (rechts) ließ sich Merkel auf der Baustelle des Trianel Steinkohlenkraftwerks  von Manfred Ungethüm (links), Geschäftsführer der Trianel Kohle Kraftwerk GmbH, ein Modell der Anlage erklären.

Merkel setzt 'Energie-Reise' fort - Emsflower

Quelle: dpa

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Da die Reise vor allem das Interesse Merkels an erneuerbaren Energien unterstreichen sollte, stand auch ein Treffen mit Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister in Emsbüren auf dem Programm. Beim Besuch der Firma Emsflower übergab McAllister der Kanzlerin ein Alpenveilchen. Die Firma stellt Beet- und Balkonpflanzen her - für Merkel war aber eher das Holzkraftwerk der Firma von Interesse.

Bundeskanzlerin Merkel besucht Wasserkraftwerk

Quelle: dpa

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Am ersten Tag Windenergie, am letzen die Kraft des Wassers: Zum Abschluss ihrer Reise stand Merkel in Rheinfelden im Landkreis Lörrach in Baden Württemberg auf dem neuen Wasserkraftwerk. Es ersetzt für 400 Millionen Euro ein über 100 Jahre altes Wasserkraftwerk und wird vier Mal so viel Leistung erbringen wie sein Vorgänger.

Angela Merkel auf Energiereise

Quelle: ddp

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Und auch hier war sie nicht alleine unterwegs: An ihrer Seite steht Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus (links), der Schweizer Nationalrat Urs Hofmann (rechts neben Merkel), und Hans-Peter Villis, Vorstandsvorsitzender des Stromkonzerns EnBW, der die Anlage baut (rechts außen). Als letzte der acht Stationen steht noch ein von Studenten entwickeltes Energiehaus in Darmstadt auf dem Programm.

Ob die Kanzlerin die Reise nun zum Anlass nimmt, um eine Richtung in der Energie-Debatte vorzugeben, wird sich zeigen.

© sueddeutsche.de/lama/mikö/pfau

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